Defy The Laws Of Tradition - Till Death Us Part





Stil (Spielzeit): MetalCore/Screamo (59:58)
Label/Vertrieb: DIY (Juli 2009)
Bewertung: 7 / 10
Link: MySpace
Zuerst habe ich hier an eine weitere straighte MetalCore-Platte gedacht, aber die Herren aus Süddeutschland zeigen sich um einiges abwechslungsreicher, als man im ersten Moment denken mag. Zwar ist diese Mischung durchaus ziemlich modern und somit nicht unbedingt außergewöhnlich – trotzdem möchte ich dem Fünfer sowas wie Eigenständigkeit attestieren.

Neben den obligatorischen Screamo-Elementen kommen nämlich noch atmosphärische Interludes und richtig ruhige Parts innerhalb der Songs vor. Außerdem stecken sie ihre Fühler in so ziemlich alle Schubladen der modernen Core-Hörerschaft, ohne dabei beliebig, anbiedernd oder "emo" zu klingen. Positiv zu erwähnen ist da zum Beispiel die cleane Stimme für Refrains, etc.: zwar hat sie immer eine Menge Pathos dabei, klingt aber eben nicht nach der typisch hohen Emostimme. Und mit „Black Tears Of Sorrow“ haben sie sogar in kleinem Maßstab einen Hit, wie ihn zum Beispiel A DAY TO REMEMBER mit „You Had Me At Hello“, UNDEROATH mit „Some Will Seek Forgiveness, Others Escape” oder ARCHITECTS mit “Hollow Crown” haben. Die Akustikgitarren treffen auf verzerrte Riffs und ab und zu wird mal herzhaft zwischen dem Gesang geschrien. Und sie sparen sich diesen Song auch nicht bis zum Schluss oder für einen hidden track auf, sondern geben ihn schon im ersten Drittel zum Besten: das ist Selbstbewusstsein. Aber wie gesagt, „Atmosphäre“ ist der Band eh wichtig und wird auch außerhalb dieses Songs gerne mal genutzt.

Und so schaffen sie dann auch ein relativ abwechslungsreiches Songwriting, welches zwischen Metal und Hardcore/Screamo hin und her pendelt aber sehr homogen wirkt. Zwar reißen sie damit noch nicht durchgehend die dicksten Bäume aus, aber trotzdem machen DEFY THE LAWS OF TRADITION mit diesem Debüt stark auf sich aufmerksam. Mit Können, Kreativität und einer überzeugenden Leistungskurve sorgen die Jungs dafür, nicht in dem Meer von Mittelmäßigkeit unterzugehen, welches diese Szene so gerne überschwemmt. Und wenn man sich jetzt noch vor Augen hält, dass es sich dabei nicht um eine durch eine große Plattenfirma gepushte Band handelt, wirkt der wirklich gute Sound und der selbstbewusste (weil gut gemachte) Gesang noch ein wenig beeindruckender. Fans der hiesigen MetalCore/Screamo-Gemeinschaft sollten also unbedingt mal ein Ohr riskieren – mir gefällt`s wirklich gut!

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