Moonsorrow - Varjoina Kuljemme Kuolleiden Maassa Tipp

moonsorrow_varjoina

Stil (Spielzeit): Pagan/Folk Metal (62:03)
Label/Vertrieb (VÖ): Spinefarm/Drakkar (25.02.2011)
Bewertung: 9/10

Link: http://www.moonsorrow.com/

MOONSORROW sind ohne Zweifel eine der besten und begnadetsten Pagan Metal-Bands unserer Zeit – und das, obwohl das Debüt "Suden Uni" gerade mal zehn Jahre alt ist. Drei Jahre haben sich die Finnen Zeit gelassen, um den Full Length-Nachfolger der "Tulimyrsky"-EP zu veröffentlichen. Doch hat sich das Warten auf "Varjoina Kuljemme Kuolleiden Maassa" gelohnt?

Hat es, das kann ich vorab festhalten. Sieben Songs sind auf der Trackliste zu finden. Vier davon sind auf dem Inlay groß hervor gehoben, also kann man bereits vor dem ersten Hördurchgang davon ausgehen, dass sie die Kernstücke des neuen Albums bilden. Und richtig: "Hävitetty", "Nälkä, Väsymys Ja Epätoivo" und "Kuolleille" sind lediglich ein- bis anderthalbminütige, atmosphärische Zwischenstücke, welche die dichte Stimmung erhalten sollen, die mit den vier gewohnt epischen Tracks zwischen elf und 16 Minuten Länge aufgebaut wird. Und wenn MOONSORROW etwas gnadenlos gut können, dann ist es genau das: Epische Songs schreiben, die es trotz aller Härte nie an Gefühl und Melodien vermissen lassen. Klingt "Tähdetön" beispielsweise zu Beginn noch ungewohnt schwer und finster, werden später die geliebten Melodiebögen und unvergleichlichen Harmonien eingebaut, die wohl keine andere Band besser hin bekommt als die Finnen. Auch die Maultrommel hat ihren ersten Einsatz und präsentiert ein weiteres Charakteristikum der Band. Generell scheint "Varjoina Kuljemme Kuolleiden Maassa" von der Ausrichtung her ein wenig härter zu sein als noch "Hävitetty", denn wirklich entspannte Passagen, in denen die Folklore über den Metal obsiegt, finden sich relativ wenige.

Die Melodiebögen, epischen Chöre und Akustikgitarren wurden filigraner in die Songs eingebaut, was man gerade bei "Huuto", meinem absoluten Favoriten, sehr schön hören kann. Bereits der Beginn der 16-Minuten-Nummer ist fantastisch, und da das Thema immer wieder wiederholt wird, bleibt das Niveau konstant schwindelerregend hoch. Im Grunde verbietet es sich bei MOONSORROW ja, einzelne Tracks als Hörtipps heraus zu picken, doch diesen Song finde ich am beeindruckendsten. Was selbstverständlich nicht heißt, dass der Rest des Albums auch nur einen Deut schlechter wäre.

Das neue MOONSORROW-Werk ist erneut vielschichtig, komplex, hochmelodisch, brutal und voll epischer Tiefe und damit nichts Geringeres als ein neues Meisterwerk aus Finnlands bester Pagan Metal-Schmiede.