Cynthesis - DeEvolution

cynthesis

Stil (Spielzeit): Progressive Metal (45:41)
Label/Vertrieb (VÖ): The Laser's Edge Records / Alive (29.4.2011)
Bewertung: 6,5/10

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Damit auch ja keine Missverständnisse entstehen, legen Bandname, Albumtitel und Cover eine ziemlich eindeutige Fährte: Hier geht’s um anspruchsvollen, technikorientierten Progmetal, das schnallen Genrefans wohl schon, bevor sie die erste Note gehört haben. Ist auch kein Wunder, denn dahinter stecken mit Jasun und Troy Tipton die beiden Brüder von Zero Hour, verstärkt von Ex-Zero Hour-Sänger Erik Rosvold und Sean Flanegan (Enchant-Trommler).

Und ein Konzeptalbum ist’s auch noch: In sieben Songs (plus ein Instrumental) erzählen Cynthesis eine kulturpessimistische Geschichte um einen Schamanen, der von fiesen Städtern als Messias missbraucht wird, um die Masse ruhig zu halten.

So düster und kalt wie die Geschichte sind die Songs zwar nicht, aber in den ruhigeren Passagen fühlt man sich schon an den ein oder anderen dunklen Science-Fiction-Film erinnert, und generell passen die technisch auf höchstem Niveau angesiedelten Frickel-Metal-Teile auch ins Konzept. Allerdings drängt sich der Eindruck auf, dass mehr Zeit und Muße ins Textkonzept geflossen sind als in das des gesamten Albums.

Denn „DeEvolution“ hat zwar exzellente Momente: Den schleppenden Opener „The man without skin“ zum Beispiel, der mit seinem durchgängig wiederholten Gitarrenlauf auch irgendwie als Intro durchgeht. Oder den wahnwitzig schnellen, aber fantastisch groovenden Basslauf im anschließenden „Incision“. Nicht zu vergessen diverse sphärische, ruhige Teile, die nur mit Keyboard, Gesang und ganz spärlicher Gitarre auskommen.

Aber als gesamtes Album funktioniert „DeEvolution“ nur bedingt. Dafür sind die Songs zu zerfasert und irgendwie lieblos aneinandergereiht: Wenn’s in einem Song schon nicht richtig knallt,  wieso dauert’s beim nächsten dann wieder drei Minuten, bis was passiert? Nichts gegen ruhige Passagen, aber sie sollten schon song- und albumdienlich eingesetzt werden. Hier hätte einiges zu Gunsten der Dynamik gestrafft werden können. So will das richtige Feeling einfach nicht aufkommen. Hinzu kommt, dass Sänger Rosvold zwar einige Perlen raushaut, manchmal aber auch recht beliebige Melodien trällert, die man noch mal hätte überarbeiten sollen. In sofern: „DeEvolution“ ist ein gutes Album, aber es hätte noch viel besser sein können. Und das ist schade.