Wilderun - Veil Of Imagination Tipp

Wilderun - Veil Of Imagination
    Progressive Metal

    Label: Century Media
    VÖ: 17.07.2020
    Bewertung:10/10

    Wilderun im Web


Noch gehören die Amerikaner von WILDERUN zum Underground des Prog-Metal. Diese Zeiten könnten sich jedoch schnell ändern, seit das Quintett Anfang des Jahres bei Century Media unter Vertrag steht. Dies war der Anlass, ihr drittes Album „Veil Of Imagination“ erneut zu veröffentlichen. Und auch wenn das Ergebnis nicht viel vom Original-Release 2019 abweicht, hören lassen kann es sich.

Konkurrenz für OPETH?

Wer OPETH kennt und liebt, wird wissen, dass es nicht viel gibt, was an den einzigartigen Prog-Stil der Schweden herankommt. Auftritt WILDERUN. Die Kombination aus symphonischen Klängen, progressiven Riffs und komplexen Orchesterparts lässt das Album wirken, als sei es eine Kollaboration von NIGHTWISH, OPETH, DREAM THEATER und Hans Zimmer. Ganz in Prog-Manier sind die Songs auf „Veil Of Imagination“ durchschnittlich 8,5 Minuten lang und beinhalten zwei Longtracks ≤ 10 Minuten.

Eingeleitet wird das Album mit solch einem 14-minütigen Brocken namens „The Unimaginable Zero Summer“. Diese Mini-Symphonie mit gesprochenem Intro, Chor und Growls à la Mikael Åkerfeldt lassen den Hörer in eine eigene musikalische Welt eintauchen, die sich sonst nur bei Bands wie OPETH und NIGHTWISH auftut. Dabei formen die fünf Bostoner ihren völlig eigenen Stil, der Symphonic- mit Prog-Metal verbindet, sich vor allem aber durch ein durchdachtes kompositorisches Konzept auszeichnet.

Nicht nur etwas für anspruchsvolle Ohren

Das darauffolgende „O Resolution!“ sticht vor allem durch prägnante Gitarrenriffs und packende Soli an selbigem Instrument heraus, was die Musikalität des Quintetts nochmal so richtig zur Schau stellt. „Sleeping Ambassadors Of The Sun“, der verhältnismäßig ruhigste Song der Platte, und das sich anschließende instrumentale „Scentless Core (Budding)“ greifen noch einmal die Filmsoundtrack-Atmosphäre auf und erinnern kompositorisch an die Werke von berühmten Komponisten wie Howard Shore („Der Herr der Ringe“), Hans Zimmer („Fluch der Karibik“) und Danny Elfman („Alice im Wunderland“).

Die zweite Hälfte beginnt mit dem wohl bombastischsten Song des Albums „Far From Where Dreams Unfurl“. Sänger Evan Andersons glasklarer Gesang wird hierbei untermauert von einem atmosphärischen Chor und melodischen Gitarrensoli. „Scentless Core (Fading)“ wird wieder nachdenklicher und mit traurig klingendem Klavier und langsamen Streichern geht dieser Song schon fast ins Melancholische, wird zum Ende aber aggressiver und leitet damit zum definitiv aggressivsten Tracks des Albums über, „The Tyranny Of Imagination“. Dieser beinhaltet auch einige nicht zu überhörende OPETH-Parallelen.

Den Schluss des Albums bildet der andere Longtrack „When The Fire And The Rose Were On“, der mit knapp 12 Minuten zwar etwas kürzer ist als „The Unimaginable Zero Summer“, jedoch noch einmal zusammenfasst, was WILDERUN sich auf dem Album aufgebaut haben. „When The Fire And The Rose Were On“ widmet sich musikalisch zwar mehr dem symphonischen Aspekt, rundet aber das Album als Ganzes wunderbar ab.

Fazit

Ein absolut großartiges Album für alle Fans progressiverer Musik. WILDERUN haben mit „Veil Of Imagination“ ihr bisheriges Magnum Opus erschaffen. Wenn zukünftige Alben auch nur eine kleine Scheibe von „Veil Of Imagination“ abbekommen, könnten die Bostoner schon bald in einem Atemzug mit DREAM THEATER, OPETH und DEVIN TOWNSEND genannt werden und die Headlinerlisten der großen Festivals anführen.

Songempfehlungen:

  • Far From Where Dreams Unfurl
  • The Tyranny Of Imagination
  • Sleeping Ambassadors Of The Sun

Trackliste

  1. The Unimaginable Zero Summer
  2. O Resolution!
  3. Sleeping Ambassadors of the Sun
  4. Scentless Core (Budding)
  5. Far from Where Dreams Unfurl
  6. Scentless Core (Fading)
  7. The Tyranny of Imagination
  8. When the Fire and the Rose Were On

WILDERUN sind:

Evan Anderson Berry - Vocals, Guitars, Piano
Dan Müller - Bass, Synths, Orchestrations
Jon Teachey - Drums
Joe Gettler - Lead Guitar
Wayne Ingram - Orchestrations