Indukti - Idmen



Stil (Spielzeit): Progressive Metal (zumindest im weitesten Sinne) (63:16)
Label/Vertrieb (VÖ): InsideOut/SPV (24.07.09)
Bewertung: 7,5/10

Link: http://www.indukti.com

Puh, eine Platte, die so schwierig zu besprechen war, ist mir schon lange nicht mehr untergekommen. Ich habe vor "Idmen" noch rein gar nichts von INDUKTI gehört (habe heute aber zufälligerweise in einem Gebraucht-CD-Laden das Debüt "S.U.S.A.R." in den Händen gehalten) und werde auch nach so einigen Durchläufen immer noch nicht ganz schlau aus dieser polnischen Truppe.

Die Presse geizt nicht mit wahnsinnig guten Kritiken, denen ich mich allerdings nicht ohne Weiteres anschließen kann – soviel sei vorweg gesagt. Trotzdem sind INDUKTI meilenweit davon entfernt, nur durchschnittlich oder gar gewöhnlich zu klingen. Die Grundlage für "Idmen" bietet Progressive Metal, den zelebrieren die Polen aber ausgesprochen düster. Was fehlt, sind ein Sänger und ein Keyboarder. Die spärlich eingesetzten Vocals teilen sich Nils Frykdahl (SLEEPYTIME GORILLA MUSEUM), Maciej Taff (ROOTWATER) und Michael Luginbuehl (PRISMA), Keyboardsounds vermisst man nicht, denn Violinistin Ewa Jablonska holt auf beeindruckende Art sehr viele verschiedene Sounds aus ihrem Instrument heraus. "Idmen" besteht aus acht größtenteils instrumentalen Nummern, die sehr anstrengend, aber auch wahnsinnig abwechslungsreich sind. Den Musikern merkt man an, dass sie ihr Handwerk absolut hervorragend beherrschen. Zwischen hartem Metal und Rock finden sich Elemente von Weltmusik und ein wenig Klassik, die Songs sind durchgehend komplex. Der ungeübte Hörer läuft Gefahr, an dem Material der Polen zu verzweifeln, auch gestandene Proggies müssen sich erstmal in das zweite Album von INDUKTI reinfuchsen. Belohnt wird die Mühe mit einem Kaleidoskop aus düsterer Stimmung, dunklen Melodien und Momenten, in denen man als Hörer nur staunen kann.

Der Gesang ist technisch einwandfrei, passt meiner Meinung nach aber nicht wirklich zur Musik. Die reine Instrumentalschiene wäre hier angebrachter gewesen. "Nemesis Voice" ist übrigens eine sehr tiefe Verbeugung vor TOOL, ansonsten kann ich INDUKTI mit keiner mir sonst bekannten Band auch nur ansatzweise vergleichen.

Das Review liest sich positiv, ihr wundert euch, warum es "nur" 7,5 Punkte für "Idmen" gibt? Das liegt zum einen am verzichtbaren Gesang und zweitens daran, dass ich auch nach intensivem Durchhören der CD immer noch das Gefühl habe, dass das zweite Album der Polen einfach zu schwierig aufzunehmen ist. "Idmen" ist ohne Frage ein schillerndes, dunkles, abwechslungsreiches und ambitioniertes Werk, die allgemeine Euphorie kann ich aber nicht hundertprozentig nachvollziehen.