Shadow Gallery - Digital Ghosts Tipp



Stil (Spielzeit): Progressive Metal (56:32)
Label/Vertrieb (VÖ): InsideOut/EMI (23.10.09)
Bewertung: 8,5/10

Link: http://www.shadowgallery.com

Einen Sänger zu ersetzen, ist nie leicht. Noch viel schwieriger ist es, wenn sich eine Band nach dem Tod ihres Frontmanns die Frage stellen muss, ob sie überhaupt noch weiter Musik machen möchte. SHADOW GALLERY haben sich nach dem tragischen Tod des Gründungsmitglieds Mike Baker dafür entschieden, mit Brian Ashland einen neuen Sänger zu verpflichten und den Weg weiterzugehen. Wenn man "Digital Ghosts" erst einmal gehört und in sich aufgesogen hat, ist man froh, dass die Band weiterhin existiert.

Obwohl SHADOW GALLERY in Progressive-Kreisen alles andere als unbekannt sind und auch mir der Name geläufig war, habe ich vor "Digital Ghosts" noch nichts von den Amerikanern gehört. Gut, dass sich das geändert hat, denn die neun Kompositionen auf dem sechsten Studioalbum seit dem selbstbetitelten Debüt (1992) machen sehr viel Spaß, klingen abwechslungsreich und eingängig. Zwar erfinden SHADOW GALLERY das Progressive-Rad sicher nicht neu, eine solch coole Mischung aus DREAM THEATER, QUEEN- und BLIND GUARDIAN-Melodien gibt es aber auch nicht alle Tage. "Digital Ghosts" klingt trotz des Albumtitels warm, bietet wunderschöne Harmonien ("With Honor", "Venom", "Strong") und rasante Abfahrten inklusive quietschender und rauchender Gitarren(-soli), malträtierten Keyboards, verspielten Arrangements und allem, was das Proggie-Herz begehrt. Neusänger Brian Ashland klingt sehr gut und verfügt über eine wandelbare Stimme. Während er in "With Honor" noch ein wenig an Blaze Bayley erinnert, klingt er in "Pain" Geoff Tate nicht unähnlich. In diesem Song kommt auch die ruhige Seite von SHADOW GALLERY zur Geltung, einmal mehr wird der Song von einem hochmelodischen, extrem tollen Refrain gekrönt. Der Rest des Albums ist allerdings keinen Deut schlechter, vor allem, wenn sich harte Riffs und sphärische Keyboards sowie die eingängigen Hooks und Gitarrenleads die Klinke in die Hand geben, erfreut man sich an diesem Melodiefeuerwerk.

Die Limited Edition kommt mit gleich vier Bonustracks (Alternative Versionen, Demos u.a.) daher und bringt es auf die stolze Spielzeit von 74 Minuten. Wer mit "Herald Moth" liebäugelt (und das sollte jeder Fan von melodischem Progressive Metal!), sollte gleich zu der Digipack-Variante greifen. SHADOW GALLERY reihen sich nahtlos in die Riege der großartigen Progressive-Veröffentlichungen der letzten Zeit (u.a. SUBSIGNAL und REDEMPTION) ein. Und bald erscheint auch noch ein neues TRANSATLANTIC-Album. Wo soll das dieses Jahr noch hinführen…