Capdown - Wind Up Toys




Stil (Spielzeit): Punk/Hardcore/Ska (39:16)
Label/Vertrieb (VÖ): Fierce Panda / Cargo (23.02.07)
Bewertung: 6,5 / 10
Link: http://www.capdown.net/
http://www.myspace.com/capdown
Auch wenn CAPDOWN unter SkaPunk laufen, sollte man nicht nur an fröhliche PopPunk-Nummern denken, die mit Offbeats und Bläsern ausgestattet sind.
Denn CAPDOWN haben relativ wenig mit dem Sound von Bands wie LESS THEN JAKE, REEL BIG FISH oder den MAD CADDIES zu tun. Ihre Musik ist wesentlich weniger auf Sonnenschein oder Singalongs ausgelegt und mischt auch eine kleine Messerspitze Hardcore mit ins Gebräu. Allerdings auch nicht in Richtung LEFTÖVER CRACK und Konsorten. Denn geschrieen wird hier nicht (zumindest nicht so, dass man sie für Kinderesser halten könnte). Sie liegen eher irgendwo in der Mitte, wie es z.B. bei KING PRAWN der Fall ist (ohne allerdings die Dubelemente zu übernehmen). So ist der Sound auch ziemlich roh für eine Skaband und sehr wenig poliert für eine moderne Punkband. Und die Hardcoreparts haben auch nichts mit dem modernen Sound zu tun und zeigen keinerlei Verwandtschaft zum Metal auf.
Obwohl sich der Ska als roter Faden durch das Album zieht, würde ich CAPDOWN vor allem als Punk/Hardcoreband bezeichnen – auch wenn der Gesang sehr klar und teilweise stark von Offbeat-Musik beeinflusst klingt. Das Keyboard und das Saxophon ordnen sich dem „Rockband-Sound“ auch eher unter (was nicht negativ gemeint ist), anstatt die Musik stark jamaikanisch einzufärben. Das schöne an den Londonern ist, dass sie einfach eine eigene Note haben und nicht nach der typischen SkaPunkband klingen – da kann man durchaus hören, dass sie keine Anfänger mehr sind und ihr mittlerweile viertes Album vorlegen ( die, so glaube ich, eine Ecke Ska-lastiger gewesen sein müssen)
Bei „No Matter What“ wird auch noch ein wenig Reggae mit Akustikgitarren vermischt, ohne dabei an Rotzigkeit zu verlieren. Und „Thrash Tuesday“, der Song der fasst so schnell wieder vorbei ist, wie er begonnen hat, zeigt mal ganz kurz wo der Hammer hängt und besticht durch seinen aggressiven Sound. Im Großen und Ganzen passt der Vergleich zu KING PRAWN ganz gut – nur das CD hier mehr die Axt kreisen lassen und ihre Offbeats auch verzerrt und eben nicht clean spielen. Hier möchte man vermutlich sichergehen, nicht als Popband verstanden zu werden. Dadurch erreichen sie auch, dass ihr Album kein Fastfood geworden ist, denn man braucht schon mehrere Durchläufe, bevor sich einige der Songs richtig öffnen. Wer also nur den schnellen SkaPunk-Hit sucht, ist hier mit ziemlicher Sicherheit an der falschen Adresse. Schade, dass mir die Texte nicht vorliegen, denn CAPDOWN sollen laut Info auch einiges zu sagen haben, was ich ihnen vom Sound her auch durchaus abnehme. Mal etwas andere SkaPunk!