Terrorgruppe - Tiergarten

Terrorgruppe - Tiergarten
    Punk / Rock / Aggro-Pop

    Label: Destiny records
    VÖ: 15.01.16
    Bewertung:5/10

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Das war ja beinahe abzusehen: In Zeiten von AFD und Pegida MUSS sich die TERRORGRUPPE ja eigentlich wieder zu Wort melden. Und genau das tun sie mit „Tiergarten“ auch. Allerdings sollte man von den Berlinern besser keine Wunder erwarten.

Zwar macht der Opener „Blutbürger“ noch Hoffnung auf ein eher schnelleres und aggressiveres Album – hier wird auch oben genannte Thematik aufgegriffen – aber „Tiergarten“ passt dann doch eher wieder unter ihr „Aggro-Pop“-Banner. Wer also wie ich auf den schnellen Skatepunk der Anfänge der Band gehofft hatte, sollte diese Erwartungen wohl besser etwas zurückschrauben. Midtempo und angenehme Melodien und witzigerweise auch sehr viel Orgel dominieren das Comeback der TERRORGRUPPE. Musikalisch erinnert mich das hier eher an die BOTTROPS (eine Folgeband in der Pause), als an die alten Glanztage, als Opa noch Geld für Stoff geben sollte oder das Skateboard noch wichtiger war, als das Heimatland.

Was man den Herren (in leicht anderer Besetzung) allerdings zu Gute halten sollte, ist ihr Gespür für Melodien. Auch wenn manche Texte ziemlich belanglos an mir vorbeiplätschern, ertappe ich mich immer wieder dabei, wie ich die Melodien weiterpfeife, nachdem die Platte längst vorbei ist. Aber irgendwie fehlt mir hier einfach der Biss, der die Band früher ausgemacht hat. Zwar wird dem besorgten Bürger mal eine gebrochene Nase angedroht und der ein oder andere Song knallt auch – aber zu oft machen sie es sich auf der sicheren Seite gemütlich und die Texte wirken streckenweise wesentlich weniger ausgefeilt als die Musik. Natürlich war die TERRORGRUPPE nie dafür bekannt, einen textlichen Schliff wie z.B. Farin Urlaub zu haben, aber dennoch hatten viele Texte früher ein gewisses Etwas. Das vermisse ich hier oft.

„Tiergarten“ ist so etwas wie eine konsequente Aggro-Pop-Fortsetzung. Nur ohne Ska und noch rockiger. Auch wenn sich eine Band durchaus weiterentwickeln sollte, gehört das neue Album meiner Meinung nach nicht grade zu den Karriere-Highlights der Berliner. Viele sehr okaye Songs und ein oder zwei wirklich gute – aber da hätte ich mir wirklich mehr erhofft. Naja, vielleicht müssen sie auch erstmal wieder warm werden.