Good Charlotte - The Chronicles Of Life And Death


Review


Label/Vertrieb: Sony

Hip, hip, hurra, die Hosenscheißer von Good Charlotte sind wieder da! Nach ihrem 02er Ohrwurm-Welthitalbum „The Young And The Hopeless“ wollen die fünf durchgestylten MTV-Lieblinge an bisherige Erfolge anknüpfen, dabei aber erwachsener und durchdachter wirken. Quasi Teenage-Pop-Punk-Band wird zur Ex-Teenage-Pop-Punk-Band. 
Aber moment, halt mal, „The Chronicles Of Life And Death“, das dritte Album aus der Feder der Madden-Zwillingsbrüder, hat nix mit Punk zu tun. Aber vielseitiger und experimenteller sind sie schon geworden, da geb ich ihnen Recht. Man kann das, wie in der Info beschrieben, Reife nennen, realistischer wäre die Meinung, Good Charlotte biedern sich in fast alle Poprichtungen an. „I Just Wanna Live“ könnte durchaus Justin Timberlake Konkurrenz machen. Ließe man bei „Ghost Of You“ die Gitarren weg, wäre es eine Astreine B-Boyband Nummer – herrlich! Den Vogel schießt aber die oberoberoberschmalzige Ballade „The Truth“ ab. Da ist man fast geneigt, noch mal auf die CD-Hülle zu gucken, ob da nicht doch die Visage von Alexander und der dazugehörige DSDS-Sticker leuchten. Sowieso zieht man mit Keyboards, Streichern/Cellos und sonstigem Firlefanz alle Register der gekünstelten Chartmusik. Nur gute Songs schreiben Good Charlotte nicht, egal welche Zutaten sie benutzten. Aber zum Glück vergessen sie wenigstens nicht, dass sie auf Fotos noch mit Gitarren posieren, und so rocken „Walk Away (Maybe)“, „S.O.S.“, die erste Single „Predictable“, die Donots-Nummer „Secrets“ und „Mountain“ ganz nett, wenn auch nicht wirklich fesselnd. Fazit: Von süßen Hooklines bis Brechreiz-Popnummern hat „The Chronicles Of Life And Death“ fast alles zu bieten. Optimal für MTV-Kiddies, die sich nicht zwischen Brosis und Blink 182 entscheiden können. Hier bekommen sie beides.

Konzertberichte dazu