Black Country Communion - Black Country Tipp



Stil (Spielzeit): Classic/Hard Rock (72:30)
Label/Vertrieb (VÖ): Mascot Records/Rough Trade (17.09.2010)
Bewertung: 8,5/10

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Der Begriff "Supergroup" wird meist inflationär verwendet, sobald sich mehr oder weniger namhafte Musiker für ein gemeinsames Projekt zusammenschließen. Bei BLACK COUNTRY COMMUNION ist diese Bezeichnung aber tatsächlich völlig zutreffend. Wenn sich Glenn Hughes (Bass & Gesang), Joe Bonamassa (Gitarre), Jason Bonham (Schlagzeug) und Derek Sherinian (Keyboards) zusammen tun, um ein Album aufzunehmen, kann das eigentlich nur großartig sein.

Was die altgedienten Musiker-Veteranen bereits mit dem furiosen, mit treibenden Gitarren und Bass nach vorne preschenden "Black Country" und dem extrem eingängigen, melodischen "One Last Soul" abliefern, ist allererste Sahne. Man merkt, wie viel Spaß die Mitglieder von BCC im Studio hatten, man spürt, wie die Chemie von der ersten Sekunde an stimmt. Hughes, Bonham, Bonamassa und Sherinian sind eh als hervorragende, hochprofessionelle Musiker bekannt, aber man hat das Gefühl, dass die vier in dieser Band sogar noch mehr aus sich heraus gehen als gewohnt. Das Gitarrenspiel von Bonamassa, der sich teils den Gesang mit Hughes teilt und zwei Nummern alleine singen darf, ist schier unbeschreiblich: immer songorientiert, voll spritziger Ideen, gnadenloser Riffs und gefühlvoller Soli. Glenn Hughes singt wie ein junger Gott und zupft seinen Bass deutlich und markant, während Jason Bonham ein mal mehr beweist, dass er die schier übergroßen Fußstapfen seines berühmten Vaters vollständig ausfüllen kann. Bleibt noch Sherinian, der abseits der eigentlich von DREAM THEATER gewohnten Soloorgien wunderbar warme Sounds aus der Hammond und den Keyboards zaubert. Die vier Musiker ergänzen sich hervorragend, der zeitlose, ungestüme und melodische Rock, der auch vor 40 Jahren nicht hätte besser klingen können, wurde zudem hervorragend von Kevin Shirley in Szene gesetzt. "Black Country" klingt erdig, warm, dabei gleichzeitig wuchtig und ungeschliffen. Was Shirley bei seinem Hauptarbeitgeber IRON MAIDEN manchmal an Feinarbeit vermissen lässt, macht er auf dem BLACK COUNTRY COMMUNION-Debüt wieder wett.

Mit Songs wie dem bluesig angehauchten "Down Again", dem epischen "Song Of Yesterday" (mit seinem ausladenden Gitarrensolo einer der Höhepunkte des Albums), dem knackigen "Sista Jane" und dem abschließenden, überlangen "Too Late For The Sun" mit Jam-Charakter und Psychedelic-Touch liefern BCC ein Album ab, das als bestes Classic Rock-Album dieses Jahres und eine der besten Rockscheiben der letzten Jahre über die Ziellinie läuft.