Queensryche - Take Cover

Stil (Spielzeit): Progressive Metal (Cover Album) (55:51)
Label/Vertrieb (VÖ): Warner Music (16.11.07)
Bewertung: 7,5/10

Link: http://www.queensryche.com

Covergeschichten sind immer ein wenig schwierig. Schon einen einzelnen Song zu covern kann manchmal schwer in die Hose gehen, bei kompletten Alben sieht das Ganze dann noch heikler aus. Im Idealfall drückt eine Band den gecoverten Songs ihren eigenen, unverwechselbaren Stempel auf (so wie METALLICA mit ihrem Meisterwerk „Garage Inc.“), anderen Bands geht es hauptsächlich darum, die Songs zum Spaß nachzuspielen und sich damit vor dem Originalkünstler zu verbeugen (wie es z.B. DREAM THEATER mit ihrer Cover-Reihe gemacht haben).

Nun veröffentlichen auch QUEENSRYCHE, bislang nicht als die coverfreudigste Band bekannt, ein Album, vollgepackt mit Songs der unterschiedlichsten Musikstile. Dabei hat sich die Band Mühe gegeben, die Lieder auf ihre eigene Art zu interpretieren, und der Einstieg mit PINK FLOYDS „Welcome To The Machine“ gelingt wahrhaftig gut. Der Song verströmt „Promised Land“-artige Vibes, was nicht zuletzt an dem Einsatz eines Saxofons liegt. Die leicht unterkühlte, bedrohliche Atmosphäre und der tribende Groove dieses Songs nimmt den Hörer sofort gefangen, „Welcome To The Machine“ ist definitiv das Highlight dieses Albums. Das aus dem Musical „Jesus Christ Superstar“ bekannte „Heaven On Their Minds“ besticht ebenfalls durch eine düstere Atmosphäre und klingt ziemlich heavy. Mit „Almost Cut My Hair“ (sehr bluesig) und dem akustischen “For What It’s Worth” geht es ok bis gut weiter, bis mit dem fürchterlichen “For The Love Of Money” der Tiefpunkt des Albums folgt. Dieser Song, ein alter R&B-Klassiker, funktioniert im Metal-Gewand überhaupt nicht, klingt aufgesetzt und passt nicht zu QUEENSRYCHE. Glücklicherweise geht es mit dem QUEEN-Klassiker „Innuendo“ weiter, der an selige „Mindcrime“-Zeiten erinnernde, gedoppelte Gitarren enthält, mit der unerreichbaren Originalversion aber nicht mehr viel zu tun hat. Zwar wird es nach dem sehr gut gespielten Flamenco-Gitarren-Teil kurz ziemlich schwülstig, aber davon abgesehen klingt der Song sehr nach QUEENSRYCHE. Man sollte ihn aber nicht zu eng mit QUEEN verbinden und vergleichen, denn dann ist eine Enttäuschung vorprogrammiert. „Neon Knights“ von BLACK SABBATH wurde sehr kraftvoll gecovert und hält sich relativ nah am Original, „Synchronicity II“ (THE POLICE) und das sehr atmosphärische, ohrenschmeichelnde „Red Rain“ (PETER GABRIEL) sind ebenfalls gelungen, wohingegen das Opernstück „Odissea“ zwar zeigt, was für ein guter Sänger Geoff Tate nach wie vor ist, ansonsten aber eher überflüssig, weil zu schwülstig ist. Eine kraftvolle, überlange Liveversion von „Bullet The Blue Sky“ schließt das Album ab.

Bis auf wenige Ausnahmen ist die Songauswahl gelungen, die Stücke wurden zum größten Teil gut umgesetzt, und was für mich einen großen Pluspunkt darstellt, ist die druckvolle Produktion, die man bei „Operation: Mindcrime 2“ noch so schmerzlich vermisst hat. Für QUEENSRYCHE-Fans sowie Coverfreaks ist dieses Album sehr zu empfehlen, während Neulinge doch besser erst mal in QR-Standardwerke wie „Empire“ oder den Klassiker „Operation. Mindcrime“ reinhören sollten.