Black Country Communion - 2 Tipp

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Stil (Spielzeit): Hard Rock/Blues Rock (64:24)
Label/Vertrieb (VÖ): Mascot Records (10.06.11)
Bewertung: 9/10

Link: http://bccommunion.com/

In bester Siebziger Jahre-Tradition veröffentlichen BLACK COUNTRY COMMUNION nur acht Monate nach dem Release ihres selbstbetitelten Debüts bereits ihr zweites Album. Fleißig sind sie also, die Herren Hughes, Bonamassa, Sherinian und Bonham, und hungrig dazu, denn sie ruhen sich nicht auf den fantastischen Kritiken zu "Black Country Communion" aus, sondern wollen einen mindestens ebenbürtigen Nachfolger zum Debüt veröffentlichen.

Das ist ein sehr ambitioniertes Ziel, schließlich wurde "Black Country Communion" bei seinem Release zu Recht abgefeiert. Doch Glenn Hughes hätte nicht seine gesamte Energie in die elf Songs auf "2" gesteckt, wenn er an seinem Ziel gezweifelt hätte. Die nötige Erfahrung, Professionalität und Spielfreude für einen modernen Klassiker besitzen die Mitglieder von BLACK COUNTRY COMMUNION sowieso. Mit "The Outsider", einem straighten Rocker voll urwüchsiger Energie, startet das Quartett denn auch mit voller Kraft in ihr zweites Album, gefolgt von "Man In The Middle", einem mit mächtigen Riffs und arabisch angehauchtem Chorus versehenen Midtempo-Song in Tradition von LED ZEPPELIN, die im Albumverlauf noch öfter um die Ecke schielen werden. Mit der verspielten, leichtfüßigen, folkigen Nummer "The Battle For Hadrian's Wall" wird es im Anschluss etwas ruhiger, während "Save Me" durch die Gitarren und den Songaufbau leicht an den "Immigrant Song" von (natürlich) LED ZEPPELIN erinnert, in Bridge und Chorus an Dramatik zunimmt und erneut arabeske Momente enthält. Diese ersten Nummern reichen bereits aus, um den vier grenzenlos begabten BLACK COUNTRY COMMUNION-Musikern auch für "2" auf den Knien zu danken, denn eine vergleichbare Qualität erreichen in der bluesigen Rockszene bis auf die kongenialen THE ANSWER nur die Allerwenigsten.

Das wuchtige, drückende Schlagzeugspiel von Jason Bonham, Joe Bonamassas Gitarrenriffs und Soli, Derek Sherinians organische Orgel- und Keyboardsounds und schließlich das pumpende Bassspiel und der angenehm raue, aber jederzeit melodische Gesang von Glenn Hughes, kombiniert mit der warmen Breitwand-Produktion von Kevin Shirley, ergeben eine schier sensationelles Platte. An Songs wie "Smokestack Woman" (toller Chorus, wunderbare Bluesgitarren), dem melancholischen, leicht orchestrierten "Faithless", dem ausladenden Achtminüter "An Ordinary Son" oder "Cold" (was für ein leidender, verzweifelter Abschluss) kann man sich einfach nicht satt hören. BLACK COUNTRY COMMUNION ist es wirklich gelungen, ihrem grandiosen Debüt eine mindestens gleichwertige Scheibe folgen zu lassen. Mir gefällt "2" durch seine ausgereifte und abwechslungsreiche Art (intensive Bluesnummern wie "Little Secret" sind genauso enthalten wie kraftvolle, progressiv angehauchte Rockepen a la "Crossfire"), das Songwriting und famose, immer songdienliche Soli sogar noch besser als das Debüt.

Obwohl "2" mit einer für heutige Verhältnisse recht üppigen Spielzeit von 65 Minuten gesegnet ist, halten BCC das Niveau und die Spannung von Sekunde zu Sekunde. Im Vergleich zu "Black Country Communion" ist die Ausrichtung des neuen Albums etwas düsterer, vermehrt sind orientalische Motive und Melodien zu hören, die Songs kommen etwas mehr auf den Punkt und klingen gleichzeitig etwas verspielter. Trotzdem haben sich BCC die Frische und Energie des ersten Albums bewahrt. Man hört in jedem Moment dass die vier Musiker einfach nur ambitioniert ihr Ding machen wollen und einen Riesenspaß dabei haben. "2" ist somit die gottverdammt beste Rockscheibe, die es dieses Jahr zu hören geben wird. Punkt.