Foo Fighters - In Your Honor


Review
Stil (Spielzeit): Rock (40:10/43:17)
Label/Vertrieb (VÖ):
Sony/BMG (13.06.05)
Bewertung:
Für diese Band verdammt unspannend (5,5/10)

Link: www.hardplace.de/foofighters

Um gleich die Katze aus dem Sack zu lassen - „In Your Honor" haut mich nicht um, es langweilt mich sogar fast. Ich wollte es selbst nicht wahrhaben, dass ich als recht treuer Fan zu diesem Schluss kommen sollte, nach all den Vorschusslorbeeren, die es wieder einmal gab. Doch ungeschönt und ehrlich: Die Songs auf diesem Doppelalbum lassen mich bis auf drei, vier Ausnahmen recht kalt.

Dabei ist die Idee doch ziemlich gut: Der Hörer bekommt zwei CDs, eine davon mit amtlichem Rock zum Abgehen und die andere ruhig und akustisch gehalten, für's Herz.
Und schlecht sind beide Silberlinge dann auch wirklich nicht geworden, nur eben für Dave Grohl's Verhältnisse etwas banal und einfallslos, gleichförmig und ohne wirklich herausstechende Highlights. Nun gut, schon das letzte Werk war nicht mehr der erhoffte Hitgarant und lief bei mir nach kurzer Zeit kaum noch im Player.

„Brutaler, aggressiver und kraftvoller als alles, was wir je zuvor fabriziert haben" - so soll sie tönen, Scheibe Nummer eins des Doppelpacks. Das Ergebnis klingt aber eher wie gewollt und nur halb gekonnt, denn die Foo Fighters haben es wohl vergessen: Dass ihre Musik vor allem über catchy Hooks und Melodien funktioniert, wie sie denn auch die Single „Best Of You" und der Song „No Way Back" bieten. Und vor allem: Dass es für einen echten Knaller nicht reicht, den Backkatalog ein wenig umzuschreiben und daraus neues Material zu stricken - doch so klingen leider zwei Drittel der Lieder: Typisch und doch nur wie ein zweiter Aufguss aus den Hittagen, man nehme nur den halbgaren Song „Free Me" und das lasche „Resolve". Der Rest läuft ineinander über, geradliniger Rock, der keine großartigen Akzente setzt, „The Last Song" zählt noch zu den gelungenen Ausnahmen.

Ich würde mich vermutlich gar nicht beschweren, wenn das Album nicht von den Foo Fighters wäre - aber diese Jungs hatten bzw. haben definitiv mehr Magie, als sie hier zeigen. „Diese Rock-Sache sollte einfach alle wegblasen", so Grohl. - „Mit den Songs?!", frage ich mich. Und auch der Sound ist recht glatt, da haben viele ähnlich gelagerte Produktionen in punkto Druck deutlich die Nase vorn, unter anderem die letzte Audioslave.

Album Nummer zwei entstand im Studio unter der Devise „Jeden Tag ein Song". Das lässt bereits Schlüsse zu... Norah Jones singt und spielt Piano auf „Virginia Moon", Josh Homme von Queens Of The Stone Age ist auf „Razor" zu hören, und John Paul Jones (Led Zeppelin-Bassist) griff zu „Miracle" in die Tasten und zu „Another Groudn" in die Saiten. - Grohl war schwer beeindruckt, und auch den Fans wird's pläsieren. Herausgekommen sind schöne, nette Songs zum nebenbei Hören und freuen. Nicht weniger aber auch nicht viel mehr, was bei dem Zeitplan vielleicht auch nicht weiter verwunderlich ist.

Nach zehn Jahren ist irgendwie die Luft raus. Vielleicht hätte Dave sich mehr auf die Fighters konzentrieren sollen, als sich bei Probot, bei QOTSA oder mit weiteren Projekten zu zerstreuen. Zitat Grohl: „In zwanzig Jahren, wenn ein Kid seinen Dad fragt:"Hast du schon mal von den Foo Fighters gehört? Welche Platte von denen sollte man denn haben?" Dann sollte man antworten: „In Your Honor". So wie man sich „Physical Graffiti" holen sollte, wenn man Led Zeppelin hören will. So soll es der Platte ergehen. Das Album, wegen dem man sich an uns erinnert."

Schön wär's gewesen, es hat nur leider nicht geklappt.