Fire Red Empress - Black Morphine Tipp

Fire Red Empress - Black Morphine
    Alternative Rock / Stoner Rock / Metal

    Label: Polarian Records / The Orchard
    VÖ: 23.03.2018 / Ursprünglich: 20.10.2017
    Bewertung:9/10

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Eigentlich wurde "Black Morphine“, das Debütalbum der britischen Heavy-Rock-Band FIRE RED EMPRESS, schon letztes Jahr veröffentlicht. Damals allerdings exklusiv in Großbritannien. Seit dieser Woche ist das gute Stück nun auch weltweit zu erstehen, sodass auch wir einmal für euch reinhören konnten.

Die Zielgruppe, welche FIRE RED EMPRESS ansprechen wollen, ist ziemlich offensichtlich, reiht sich das Quintett musikalisch doch grob in die Riege von Rockbands wie HALESTORM oder THE PRETTY RECKLESS ein. Harte Riffs und eine Powerfrau am Mikro sind wohl die Markenzeichen des Triumvirats. Mit dem kleinen aber feinen Unterschied, dass FIRE RED EMPRESS den obengenannten Kollegen den Schneid gehörig abkaufen.

Der Konkurrenz ein Stück voraus

Unterstützt von einer überaus wuchtigen Produktion, hievt sich schon der Opener "Dead Nature“ härter und komplexer aus den Boxen, als ein Gros der auf Dauer doch eher flachen HALESTORM-Kompositionen. Sängerin Jennifer Diehl macht in fast jedem Song vollen Gebrauch von ihrem umfangreichen Stimmvolumen, was die Songs allerdings keineswegs überlädt, sondern sie stattdessen auf ein höheres Niveau hebt. "Black Morphine“ ist alles andere als ein einfaches, gut produziertes Debütalbum, sondern schlägt dem Hörer mit seiner live-ähnlichen Dynamik und Wucht förmlich in die Fresse.

Dank wahrer Live-Brecher wie "Hail The Face“ oder "Half Bird, Half Beetle, Half Man“ läuft die Adrenalin-Produktion schon beim ersten Umlauf auf Anschlag, während der Titeltrack "Black Morphine“ nicht nur einen wahren Rohdiamanten darstellt, sondern den Rausch titelgetreu auf die Spitze treibt. Dabei sind es gerade die komplexeren Songs wie "Dead Nature“, das eben angesprochene "Black Morphine“ oder das abschließende "Maldoror Part 2“, in welchen FIRE RED EMPRESS sich von ihrer besten Seite zeigen. So vielseitig und kantig können nur wenige Bands brillieren.

Ein Glück, dass das Quintett zwischendrin auch daran gedacht hat, dem Hörer Zeit zum Luft schnappen zu lassen. "The Little Death“ und "Dear Mister“ nehmen das Tempo gehörig raus, allerdings ohne dabei für einen rapiden Bruch in der Spannungskurve Sorge zu tragen. Luft geholt, einmal die schmerzenden Glieder ausgeschüttelt und schon geht es mit "11.59“ wieder in den Pit!

Ein klassischer Grower

Jedoch braucht "Black Morphine“ auch einige Zeit, um wirklich in Schwung zu kommen. Zwar machen die Briten von Anfang an keine Kompromisse, jedoch brauchen viele der Melodien ein paar Umläufe, bis sie auch wirklich zünden. Wer seinen Ohren allerdings zwei, drei Durchgänge Eingewöhnungszeit gewährt, kommt in den Genuss eines der vielleicht besten Rockdebüts der letzten Jahren, welches unheimlich Appetit auf die Live-Shows der Truppe macht.

Mit "Black Morphine“ haben FIRE RED EMPRESS ein Debütalbum geschaffen, welches der Konkurrenz gebührend in den Arsch tritt und unweigerlich unter Beweis stellt, wer ab jetzt die Hosen an hat! Wenn FIRE RED EMPRESS in den folgenden Jahren auf ähnlichem Niveau rangieren können, werden sie so einige Bands des Genres das Fürchten lehren.

Tracklist

1. Dead Nature
2. Giants
3. Half Bird, Half Beetle, Half Man
4. Under The Barren Light
5. Hail The Face
6. Seven
7. Black Morphine
8. The Little Death
9. Dear Mister
10. 11.59
11. Maldoror Part 1
12. Maldoror Part 2