Memphis May Fire - Sleepwalking


Stil/Spielzeit:
Screamo, Southern Rock (42:32)
Label/Vertrieb (VÖ): Trustkill / Cargo (28.08.09)
Bewertung: 6 / 10

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Was ist das Gegenteil von „Glück Im Unglück“? „Unglück im Glück“?

Das waren mit die ersten Gedanken, bei den ersten Durchgängen von „Sleepwalking“ auf meiner heimischen Stereo-Anlage. Denn mit ihrer letzten Debüt-EP waren mit MMF ziemlich ans Herz gewachsen – so nach dem Motto: "Noch nicht wirklich klasse, hat aber viel Potential, ich freue mich schon aufs erste Album!“. Vor allem der unfassbare hohe Emogesang war damals daran schuld, dass ich die Mischung aus MetalCore, Screamo und Southern Rock nicht komplett genießen konnte. Trotz ein paar wirklich gute Parts, die sehr viel erwarten ließen, ging mir das Herz nicht wirklich auf. Jetzt lese ich, dass auf „Sleepwalking“ ein ganz neuer Sänger zum Tragen kommt (deswegen vermutlich auch die Verzögerung beim Release) und bin voller Hoffnung.

Tja, aber leider klingt Matt Mullins auch nicht so unfassbar viel besser. Er ist zwar nicht in ganz so schwindeligen Höhen unterwegs wie sein Vorgänger, dafür hat er aber die exakte Emo-Durchschnittsstimme. Ich könnte nicht mal sagen, an welche Band genau er mich erinnert, weil es einfach zu viele sind. Das Schreien erinnert mich ein wenig an UNDEROATH, was natürlich gut klingt, aber auch keine ausgewiesene Individualität nahe legt. Und ähnlich verhält es sich mit den Songs: sie sind alle gut, aber eben nicht mehr so originell. Es klingt nach EVERY TIME I DIE (mit weniger Dreck) und MAYLENE & THE SONS OF DISASTER (mit weniger Sporen an den Cowboystiefeln) mit einer großen Portion Screamo.

Ich will ihr erstes Full-Length gar nicht schlecht reden, da jeder Song eben mehr oder weniger ganz gut ist – aber es ist nun mal nicht die Offenbarung geworden, die ich erhofft hatte. Eine Mischung aus Southern Rock und Screamo, die weniger originell klingt, als das, was ihre EP versprochen hat, aber dennoch gefällt. Macht Spaß, hätte aber auch wesentlich ansprechender sein können.