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Artikel - CD Review Archiv Trail of Tears - Bloodstained Endurance

Trail of Tears - Bloodstained Endurance

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CD Review

Geschrieben von: dirk-bengt   
Sonntag, den 24. Mai 2009 um 19:59 Uhr


Stil (Spielzeit): Gothic-Metal / Symph. Power Metal (43:20)
Label/Vertrieb (VÖ): Napalm Rec. (29.05.09)
Bewertung: 7 / 10

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So langsam kommt der Gothic Metal in seiner symphonischen Variante mit weiblichen Vocals ja wohl (hoffentlich) an sein verdientes Ende.
Die einen verlieren sich mittlerweile in seichtem Pop-Geplänkel, während sich die kreativeren Köpfe zu Tode experimentieren. Die dritte Gruppe wiederholt bis zum Erbrechen die Trademarks, die sich einst zu Recht eine ordentliche Fan-Basis erspielt haben, ohne auch nur im Entferntesten an Meilensteine wie „Tears Laid in Earth" heranzureichen.

Das gelang und gelingt zwar auch TRAIL OF TEARS nicht, aber sie klingen noch immer frischer als 95% aller westeuropäischen Mitbewerber. (Dass am Rande des Urals einige leckere Bands unterwegs sind, scheint hier ja niemanden zu interessieren.)

Der Vorsprung ToTs liegt wohl daran, dass man 1.) mit Ronny Thorsen einen der saftigsten aller Goten-Grunzer an die Front bringt und 2.) auch mal Gas gibt und nicht nur mit verschlepptem Kitsch in Schönheit erstirbt. --- ToT überraschen Anno 2009 sicher niemanden mehr. Sie setzen auch auf Album # 6 auf eine möglichst große Vielfalt an Tempi: von der immer wieder neu entdeckten Langsamkeit pathetischer Balladen bis hin zu energischem Up-Tempo. Letzteres hilft der Truppe auch Melodeath-Territorium zu besetzen. Die Produktion ist knackhart und plastisch und weil die Kompositionen einen nicht in ehrfürchtige Starre versetzen, aber ganz gut reinlaufen, lässt sich zu Bloodstained Endurance schwelgen und taktvoll mit der Rübe schlackern.

Wenn es einen Schwachpunkt gibt, dann ist das wohl die Dame am Mikro. Wobei das in Relation zum Rest der Band und nicht in Relation zur Masse der Goth-Elfen zu sehen ist. Die Stimme selbst ist ganz ordentlich, hat aber nicht die Intensität, um die Pathos-Sau so glaubhaft durchs Dorf zu treiben wie Cathrine Paulsen es bspw. bei „Triumphant Gleam" oder „A Storm at Will" versucht. --- Da fehlt es noch ein Stück weit zu den Simons und Rueslåtten dieser Welt.
Gut, dass Thorsens Organ da stabile Seitendeckung gibt.

Fazit: Auf ToT ist und bleibt Verlaß; wer noch immer von Gothic Metal nicht die Schnauze voll hat, sollte lieber zu „Bloodstained Endurance" als zu den allzu kitschigen Elaboraten der jüngeren Vergangenheit aus Norwegen oder Holland greifen.

 

 

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