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Artikel - CD Archiv Walls Of Jericho - The American Dream

Walls Of Jericho - The American Dream

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CD-Review

Geschrieben von: Kai   
Mittwoch, den 10. September 2008 um 16:31 Uhr


Stil (Spielzeit): MetalCore (36:04)
Label/Vertrieb (VÖ): Trustkill / Cargo (12.09.08)
Bewertung: 7,5 / 10
Link: http://www.myspace.com/wallsofjericho
http://www.wallsofjericho.tv/

Nach dem letzten Full-Length-Album „With Devils Amongst Us All“ hatten WALLS OF JERICHO eine ganze Menge Kritiker auf ihre Seite gezogen. Das Album war voller guter Songs und kam auch soundtechnisch wie eine Walze rüber. Als danach die Akustik-EP veröffentlicht wurde, gab es die ersten Unkenrufer: Würden WOJ jetzt in Richtung Charterfolge zielen? Würden sie jetzt andauernd solche popigen Elemente aufweisen?
Nein, tun sie natürlich nicht – obwohl ich, ganz ehrlich gesagt, nichts gegen das Einbinden von ein paar anders klingenden Elementen gehabt hätte. Denn die fehlende Abwechslung ist so ziemlich das größte Manko eines ansonsten ziemlich guten Albums. Bereits das erste Stück, welches den Brückenschlag zwischen Intro und vollwertigem Song schafft, macht richtig Lust auf mehr. Ich schätze mal, dieses Stück wird auch live gut als Opener funktionieren. Und danach geht es auch ebenso weiter, denn die nächsten beiden Stücke machen einen unglaublichen Druck und die Produktion erschlägt mich beinahe. So gut kann solche Musik also klangtechnisch ballern…
Aber nicht nur die bewusste Auslassung der Popelemente (wenn man von der Ballade „The Slaughter Begins“ am Ende des Albums absieht) schmeichelt der Band: ich finde auch einen Spruch wie „Fuck The American Dream“ in seiner Plattheit klasse, da er in einem Land zu Band gebracht wird, dessen Bewohner bei aller Kritik an ihrem politischen System immer noch viel zu oft der Meinung sind, die USA!USA!USA! wäre das nationalstaatliche Optimum. Und irgendwie kommt mir „The American Dream“ auch düsterer und angepisster vor als „With Devils…“ : hier steckt wirklich sehr viel Wut, Wucht und Druck hinter den Songs, dem man sich manchmal kaum entziehen kann.
Das Wort „manchmal“ habe ich aber ganz bewusst gewählt, da wie am Anfang angeführt auf Dauer ein wenig Abwechslung fehlt. Und auch wenn ich definitiv nicht das Mikro von Schreihälsin Candice sein möchte – ich wette, die hat da voller Wut schon beim Einsingen drauf gebissen, so böse wie die Vocals teilweise klingen – kommen grade auch beim Gesang nicht viele verschiedene Facetten ans Tageslicht. Und bei der Musik ist das leider ähnlich. Zwar bestechen die Songs definitiv durch ihre Wut, aber es fehlen einfach zusätzliche Elemente. Im Augenblick finde ich den Vorgänger noch klar besser. Vielleicht braucht es einfach noch mehr Durchgänge – kann es meinetwegen auch kriegen…
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