I Am Abomination - To Our Forefathers



Stil (Spielzeit):
Screamo/Metalcore/Prog  (38:32)
Label/Vertrieb (VÖ): Good Fight Music / Soulfood (28.06.10)
Bewertung: 5,5 /10

Links: MySpace

Ich bin mir nicht sicher, ob ich der Band hier mit meiner Punktwertung Unrecht tue, aber bei aller Klasse der Band – die sie unbestritten hat – kann ich mich einfach nicht für mehr Punkte erwärmen. Irgendwie klingt das hier trotz aller Raffinesse doch zu beliebig, um wirklich zu begeistern.

Die Jungs aus Michigan bieten hier technisch gesehen erstklassigen MetalCore/Screamo (obwohl eigentlich kaum bis gar nicht geschrien wird...) mit leichter Progkante – aber irgendwie will das Album bei mir nicht so richtig zünden. Alle Einzelleistungen sind über jede Kritik erhaben und auch das Songwriting ist so dermaßen vertrackt, dass ich mich immer wieder wundere, wie der Gesang die Songs doch so nahtlos zusammenhalten kann. Aber grade der Gesang beginnt mich relativ schnell zu langweilen – da hätten gerne etwas mehr Cojonnes dabei sein dürfen. Und irgendwie sind die Melodien sich auch immer sehr ähnlich.

Seltsamerweise habe ich das selbe Gefühl auch beim Songwriting. Und das, obwohl sie eigentlich alle drei Sekunden einen weiteren Haken schlagen, in vertrackte Breaks gehen oder den Hörer in die Irre führen. Aber ich glaube, dass dieses Überfrachten der Songs genau das Element ist, was sich dauernd zu wiederholen scheint. Eigentlich stehe ich ja auf vertrackte Musik, aber dies klingt mir alles etwas zu sauber, etwa zu poliert.

Wäre die Produktion ähnlich nervenaufreibend wie die eigentlichen Arrangements der Songs, und würde der Gesang dabei dann auch noch "mitmachen" und etwas fieser sein, würde mich dieses Album (ich glaube, es handelt sich um das Zweitwerk des Quintetts) einfach nur umhauen. So aber klingen sie irgendwie wie eine weitere MySpace-Band, die sich zwischen Emo und Metal bewegt. Schade irgendwie, da diese progressive Mischung zusammen mit der ziemlich krassen Versiertheit der Band eigentlich alles Wichtige mitbringt und dabei sogar noch poppige Melodien beinhaltet.

Vielleicht sollten alle, die jetzt hellhörig geworden sind, direkt mal auf die MySpace-Seite der Band gehen und die Songs mal antesten – vielleicht will es ja nur bei mir nicht so recht zünden...

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