Ctulu - Freie Geister




Stil (Spielzeit): Black Metal (33:59)
Label/Vertrieb (VÖ): Northfire Rec. / Twilight (02.05.08)
Bewertung: 5,5/10
Link: http://www.ctulu.de

Wer einen amerikanischen Herrn namens Lovecraft kennt, weiß wahrscheinlich auch, was CTULU bedeutet.
Eben dieser Mythos beinhaltet als dessen Hauptwerk das berühmt-berüchtigte Necronomicon, woraus man nun leicht den Zusammenhang zu dem Musikstil der Band CTULU erkennen kann. Oder man schaut einfach hier oben nach und liest: Black Metal.

Die Delmenhorster Jungs weisen allerdings eine Besonderheit auf, denn sie singen in ihrer Landessprache deutsch. Aus einem anfänglichen Projekt vor vier Jahren entstehen zunächst zwei Demos, bis uns heute das Debüt in voller Länge vorgelegt wird. Das zweite Demo-Scheibchen wird clever um einige Lieder erweitert, der Titel „Freie Geister“ beibehalten und mit Hilfe eines Labels veröffentlicht.

Soundtechnisch bauen CTULU auf puristischen, rauen Klang, der eher an IMMORTAL oder DARKTHRONE erinnert, als an moderne, druckvolle Prügelorgien. Prügeln tut der Mann am Schlagwerk zwar auch ordentlich, doch produktionsbedingt kommt von dieser Seite leider ein bisschen zu wenig rüber.
Auch wenn es keine komplexen Spielchen der Griffbrett-Halter gibt, zeigen sie zumindest solides Können an der jeweiligen Saitenbearbeitung. Zu einer kalten, dunklen Stimmung der derbe sägenden Gitarreros trägt auch das Reibeisen des Stefan Schulz bei. Unterstützend durch die klanglich manchmal harte deutsche Sprache krächzt sich der Frontmann durch den „Knochenkerker“ „Im Nebel“.
Innerhalb der acht Tracks wird jeweils durchaus im Tempo variiert, typisch doppelläufige Melodien durchwandern die Gehörgänge, doch auf das ganze Album gesehen fehlt mir ein bisschen das Innovative, das ein bisschen mehr Pep reinbringt. Einzelne Songs, wie zum Beispiel der Schluss mit „Nemesis“, klingen schwarz und laden durchaus zum „Kopfschütteln“ oder abrocken ein.

CTULU liefern eine raue, düstere Platte ab, die mal kleine Längen aufweist, aber nichtsdestotrotz ein weiterer Baustein der Black-Metal-Pyramide ist. „Freie Geister“ ist demnach kein Überwerk, aber eine ess- bzw. hörbare, dem erdigen Untergrund von Niedersachsen entwachsene Schwarzwurzel.