Heavenfalls - Reality in Chaos


 



Stil (Spielzeit): Brasilianischer Powermetal (58:21)
Label/Vertrieb (VÖ): Hellion Records/Just For Kicks Music (03.03.2006)
Bewertung: Gut gemacht, aber Nichts, das man haben muß [4,5/10]
Link: http://www.heavenfalls.com.br/
Powermetal aus Brasilien. Kommt mir bekannt vor. Die Band wurde 1999 gegründet und hat in den Jahren 2000 und 2001 in verschiedenen Line-Ups diverse Gigs in der Gegend von Rio de Janeiro absolviert. Nachdem man einge Zeit später ein festes Line-Up zusammen hatte ging es ans Aufnehmen. Dem 2002er Demo „Winter’s Dance“ folgte ein Jahr später das erste Album „Ethereal Dreams“. Nach der üblichen Tretmühle aus Gigs und Besetzungswechseln erreicht man wohl den Höhepunkt, als man Support für IRON MAIDEN vor 7000 Menschen spielen konnte. Nun legen die sechs Brasilianer/innen ihr zweites Werk vor.
Der erste Track lief kaum 30 Sekunden da schoß mir durch den Kopf: „Wow, das klingt ziemlich 80er-mäßig!“ Schnell, schmissig und irgendwie mit Retro-Touch. Doch mischen HEAVENFALLS dieses 80er-Feeling mit Powermetal der nach Mitte/Ende der 90er klingt. Mit den üblichen Verdächtigen: langwierigen Soli, Keyboardmelodien und immer wieder die gute alte Doublebass. Aber wie kommt das Retro-Feeling zustande? Durch die Sängerin. Sabrina Carrión heisst die Gute und sie klingt für mich einfach zu sehr nach DORO. Aber das Energiebündel DORO hat einfach mehr Power in ihrer Stimme, und cleane Gesangspassagen hat z.B. Christina Scabbia (Lacuna Coil) wesentlich besser drauf. Was um Himmels Willen nicht heißen soll, daß HEAVENFALLS hier was Schlechtes abliefern. Es gibt halt immer wen, der besser ist. Hier und da warten HEAVENFALLS dann doch mit einer netten Idee auf, so z.B. im Song „Self To Self“, der interessante Percussionelemente beinhaltet, die fast hypnotisch wirken. Aber ansonsten enthält „Reality In Chaos“ leider nichts wirklich Überragendes oder gar Weltbewegendes. 

Nichts desto Trotz wird ganz schön dick aufgetragen und das Handwerklich stimmt für meine Ohren auch. Fakt ist jedoch, auch HEAVENFALLS erfinden das Rad des Powermetal nicht neu. Ist das denn überhaupt möglich? Wenigstens verzichtet die Sängerin darauf, die Hohen Töne anzuschlagen. Die optische Gestaltung und das Klangbild gehen vollkommen in Ordnung. Die Scheibe läuft also vor sich hin und man fühlt sich gut unterhalten, wahre Begeisterungsstürme bleiben jedoch aus.
Also "Reality In Chaos" ist Nichts was man unbedingt haben muß, wer jedoch auf Powermetal steht, darf hier mal ein Ohr riskieren, denn immerhin wird hier mit dreizehn Liedern richtig was geboten für den Euro.
 

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