Blood Command - Funeral Beach

blood command funeral beach

Stil (Spielzeit): Hardcore / Screamo / Metal / Rock N Roll / Indie (40:13)
Label/Vertrieb (VÖ): Fysisk Format /Cargo (26.10.12)
Bewertung:  7,5 / 10

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BLOOD COMMAND stellen mich vor ein leichtes Rätsel: was genau machen die Norweger da eigentlich? Punkrock? Hardcore? Posthardcore? Metal? Screamo? Pop? Indie? Rock N Roll? Na um ehrlich zu sein: ein bisschen von allem.

Bei dem Stilmix verwundert es mich dann auch gar nicht, dass zwischendurch auch mal ein Riff auftaucht, welches mich direkt an KVELERTAK erinnert, die auch aus Norwegen kommen und ebenfalls auf Genregrenzen scheißen. Allerdings klingen BLOOD COMMAND zwischendurch auch richtig poppig – nur um danach wie eine Indie-Variante von THE FALL OF TROY abzugehen. Ziemlich gewagt an manchen Stellen.

Gewagt sind vor allem die Vocals von Sängerin Silje, die manchmal schon ziemlich kreischig werden können (ich hatte zunächst nicht mal zwangsläufig auf eine Frau am Mikro getippt). Und mit Sicherheit dann nicht jedermanns Geschmack sind. Aber auf der anderen Seite nutzen die Norweger auch lange Instrumentalpassagen, die dann eher im Indie oder Posthardcore-Bereich liegen und sowohl mitreißend als auch versöhnlich denjenigen gegenüber sind, die das Gekreische schlimm finden. Ich meine aber, auch mal ältere Stücke der Band gehört zu haben (die nach ein paar EPs mit „Funeral Beach" ihr zweites Album ablegen), bei denen diese wilde Seite noch wesentlich ausgeprägter war. Im Vergleich dazu ist Album Nr. Zwei schon ein wenig geschliffener und kompatibler – hoffentlich vergraulen sie mit diesem Schritt nicht ihre Stammkundschaft.

„Funeral Beach" ist herausfordern und abwechslungsreich. Die Stücke beinhalten viele Stilmittel, die zwar einen eigene Note bekommen, aber dennoch immer wieder neu gemischt werden und streckenweise sogar tanzbar sind. Und so ist das hier ein lautes, lärmendes Adrenalin-Monster, welches ab und zu auch seine weicheren Seiten zeigen kann. Nicht alles von BLOOD COMMAND bringt mich hier zur Extase, aber es bringt dich immer zum Zuhören und oftmals auch zum Staunen oder Tanzen – manchmal beides gleichzeitig. Live wahrscheinlich extrem unterhaltsam. Unbedingt mal reinhören und ein eigenes Bild machen.