Vildhjarta - Masstaden

vildhjarta

Stil (Spielzeit):
Progmetal (51:25)
Label/Vertrieb (VÖ): Century Media / EMI (25.11.11)
Bewertung: 7,5 /10

Link: Facebook

Und wieder schwerverdaulicher Progmetal mit Mosh-Kante von Century Media. VILDHJARTA aus Schweden machen Musik für Fans von MESHUGGA, TESSERACT und INTRONAUT – und dennoch beschreibt es den Sound noch nicht ganz.

Am besten kann man sich diesem Album vermutlich über das Artwork nähern: man stelle sich so ein wenig Alice Im Wunderland à la Tim Burton vor, bei dem die Figuren auf einmal in einem George A. Romero Film zu landen scheinen. Denn hier werden ganz unerwartet die atmosphärischen Parts (cleane und sehr reduzierte Gitarrenzuppelei mit viel Hall) durch spastische Riffs zerstört, die so hart treffen wie alte ARCHITECTS, aber eben die Vertracktheit der oben genannten Bands in sich haben. Dazu kommt dann einiges Gegrowle, aber meist sind die Soundlandschaften auf diesem Debüt (was zunächst 2005 als Projekt startete und erst nach und nach mit Musikern und Leben gefüllt wurde) instrumental – was auch vollkommen ausreicht.

Der Sound ist extrem fett und schlägt dir mitten ins Gesicht – währen die Atmo-Parts wirklich Bilder einer Fabel vor dem inneren Auge aufleuchten lassen – so wie das Album nun mal auch textlich angelegt ist. Problem ist nur, dass diese extrem zickigen Riffs sich immer mehr und mehr ähneln, was auch mit ihrem Moshfaktor zu tun hat und die Atmoparts auch irgendwie immer sehr ähnlich klingen. Jetzt addiert man noch dazu, dass man so gut wie in keinem Lied voraussagen kann, wann was passiert und warum die jeweilige Struktur vorherrscht und man hat 50 Minuten, die zwar sehr mitreißend, aber eben auch auf Dauer abschreckend werden können – weil alles irgendwie gleich klingt. Manchmal habe ich gar keine Ahnung, warum bestimmte Lieder dort aufhören wo sie es tun und überhaupt wirken VILDHJARTA eher so, als hätten sie hier einen Soundtrack (für einen ziemlich kranken Film) kreiert.

Musik für Musiker und Fans von abseitigem Metal, der neue Wege sucht und dabei nichts an Heavyness einbüßt – allerdings sollte man tonnenschwere Grooves schon mögen. Ein faszinierendes Album, welches nur leider seinem eigenen Konzept zu treu ist – obwohl andauernd alternative Wege in den einzelnen Stücken angedeutet werden. Aber auf jeden Fall eine Band, die man im Auge behalten muss!

Mehr Progressive Metal Reviews