Mortal Intention - Abglanz




Stil (Spielzeit): Black Metal (46:18)
Label/Vertrieb (VÖ): Black Blood Rec./Einheit Produktionen (02.05.08)
Bewertung: 7,5/10
Link: http://www.mortalintention.de

Jetzt ist es knapp zwei Jahre her, da kamen MORTAL INTENTION mit ihrem interessanten Black Metal aus dem deutschen Untergrund geschossen. Nun stehen sie mit neuem „Abglanz“ vor der Türe, um der Welt das böse Gesicht zu zeigen.

Mit einem netten Booklet in minimalistisch, düsterem Stil im Gepäck kommt das neue Album daher. Und „Aller Anfang“ ist tragisch pompös. Bläser, Streicher und Klavier laden ein, den dunklen Weg der neuen CD zu beschreiten.
Klasse, wie düster Gitarren schreddern können und welch magentreffenden Sound ein Schlagzeug hergeben kann. Tobias keift in bester Manier des großen Abbath die deutschen Texte, was mitunter durch gurgelnd tiefe Urlaute gewürzt wird. Zwischendurch wird auch clean, teilweise mehrstimmig gesungen. Diese Passagen sind einerseits gesanglich nicht sehr voluminös, bringen aber in genau dieser Einfachheit den „Abglanz“ menschlichen Lichtes gut zum Ausdruck.
In „Der Dunkle Reiter“ zeigen die Jungs um Fronter Tobias, welch tödlicher Inhalt in Kindersprüchen zu finden sind; es endet mit dem Vers: „Dann fressen ihn die Maden“. Doch einen Track weiter kommt der Hass des Lebens vollends zum Vorschein. Kreischende Sechssaiter, Knüppel-Paraden der Schießbude und brutal vokale Hasstiraden finden sich in „Eigenart“, was im Schluss etwas zwiespältig abgeschlossen wird. Verschiedene Stimmlagen und Growls-Arten überbieten sich im Ausruf „Ich hasse dich“, was böse, aber auch ein bisschen albern wirken kann. Über weitere Tiefgründigkeiten will ich hier aber nicht spekulieren.
„Sehend was nun kommt“ birgt neben der klassischen Todesthematik, die übrigens meist damit auskommt, es wörtlich nicht zu benennen, fast eine hoffnungsvolle Melodie, die durch eine melancholische Leadgitarre aus den Boxen hallt.
Der Schluss-Track ist mit seinen knapp zwölf Minuten ein kleines Epos. Wechselnd zwischen Keyboard-Melodien, schwarzen Blastbeats und puristischem Gitarrenspiel holen die Jungs hier noch einmal alles hervor. Die solistischen Einlagen in der zweiten Hälfte zeigen leider nicht immer große Virtuosität, - und doch ist dieses Stück nicht zu lang.

Mal werden die Traditionen von IMMORTAL oder DARKTHRONE hochgehalten, dann wieder mit Klavier verfeinert und es wird auf vielfältige Weise gesungen. MOTRAL INTENTION haben mit „Abglanz“ ein facettenreiches Album aus dem deutschen Untergrund geschaffen, das ruhig etwas Aufmerksamkeit bekommen darf. Melodie trifft Brutalität, Melancholie trifft Hass oder Hoffnung, dies ist Black Metal.