Slaegt – The Wheel Tipp

Slaegt – The Wheel

Bühne frei für einen der spannendsten Nachwuchs-Acts im Metal-Universum: Erst im letzten Jahr haben die vier jungen Dänen von SLAEGT mit „Domus Mysterium“ ein Album veröffentlicht, das begeistert bejubelt wurde. Nur gut ein Jahr später zündet das Quartett, dessen musikalische Meisterwerke sich nicht in ein Genre-Korsett pressen lassen, das nächste Feuerwerk mit „The Wheel“ – eine Platte, mit der die Kopenhagener ihr hohes Niveau untermauern.

Gestartet 2011 als reines Black Metal Projekt, haben SLAEGT sich mittlerweile endgültig von stilistischen Zwängen freigeschwommen und erfinden unbeirrt ihr eigenes Rad. Die Band geht frisch, frech und frei zu Werke. Verneigungen vor den Wegbereitern des Black Metal der 80er und 90er Jahre sind auf dem dritten Studioalbum ebenso zu finden, wie Motive, die traditionell von klassischen Heavy-Metal- (oder NWOBHM) -Kapellen geschrieben werden.

Und so gleicht „The Wheel“ einem sich stetig wiederholenden Katz-und-Maus-Spiel, das dem Hörer mit schwarzmetallischen Drum-Donnerwettern und düsteren, tempogeladenen Riffs („Being Born (Is Going Blind)“) immer wieder die kalte Schulter zeigt, um ihn anschließend mit warmen, harmonischen Melodien („Masician“) wieder einzufangen.

“Listen! Something is coming your way“

Hinhören ist in der Tat angesagt, denn inhaltlich beackern SLAEGT ein breites Spektrum: Von fantasievollen Metaphern für das (Tour-)Leben mit einer Band („Perfume and Steel“) über Freiheitsmangel bis hin zu existentiellen Fragen über Leben und Tod sowie die Suche nach einer Ausbruchsmöglichkeit aus diesem Kreislauf („The Wheel“). Vocalist Oskar J. Frederiksen präsentiert diese Themen mit messerscharfen Growls, kann aber mehr als nur Grunzen und wechselt zeitweise zu bedächtig vorgetragenen, fast schon geflüsterten Vocals („Citrinitas“).

Die Jungs strotzen nur so vor Energie, was nicht zuletzt dem überzeugenden Songwriting von Lead-Gitarrist Anders M. Jørgensen zu verdanken ist, bei dessen wahnwitzigen Soli dem Metal-Establishment gewaltig die Ohren klingen dürften. Das neueste Werk der Dänen schafft spielend den Spagat zwischen roh-peitschenden Elementen und filigran-gemäßigten Klängen und bietet neben traditionellen Beats auch melancholisch-nachdenkliche Parts („Gauntlet of Lovers“).

„The wheel has no limits / The wheel has no end“

SLAEGT nehmen ihre eigenen Verse wortwörtlich und liefern mit „V.W.A.“ gleich den nächsten Beweis für unbändigen, grenzenlosen Spielwitz: Ein zunächst schleppendes Sound-Gebilde mit harmonischem Lead entlädt sich explosionsartig in Adam 'CC' Nielsens entfesselter Drum-Raserei und mündet schließlich in versöhnlichen, hypnotisch anmutenden Strukturen.
Mit dem rhythmisch-groovenden Titelsong setzt die Band abschließend das siebte Ausrufezeichen. Dabei transportiert das repetitive Motiv am Ende das besungene in sich geschlossene, endlose Rad auch musikalisch.

„The Wheel“ ist mit einer Spielzeit von etwa 42 Minuten angenehm kompakt, der Sound wurde im Vergleich zum Vorgängerwerk noch einmal optimiert. SLAEGT haben sich erneut weiterentwickelt und mein Finger zuckt euphorisch über der Höchstnote – aber irgendwie beschleicht mich das Gefühl, dass wir das Magnum Opus dieser Talente noch nicht gehört haben.

Tracklist von “The Wheel”
1. Being Born (Is Going Blind)
2. Masician
3. Perfume and Steel
4. Citrinitas
5. V.W.A.
6. Gauntlet of Lovers
7. The Wheel

SLAEGT sind:
Oskar J. Frederiksen: Lead vocals and rhythm guitar
Anders M. Jørgensen: Lead guitar
Olle Bergholz: Bass guitar and backing vocals
Adam 'CC' Nielsen: Drums