Matze Rossi - Ich Fange Feuer Tipp

Matze Rossi - Ich Fange Feuer
    Singer/Songwriter / Folk

    Label: End Hits Records
    VÖ: 18.03.16
    Bewertung:8/10

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Im Laufe der Zeit hat der ehemalige TAGTRAUM-Sänger/Gitarrist das „Senore“ aus seinem Namen gestrichen und läuft jetzt schlicht und einfach unter dem Namen MATZE ROSSI (ist bestimmt von der Lügenpresse gegendert worden...). Gleichzeitig legt er hier ein Album vor, welches ich so intensiv und gut gar nicht zwangsläufig erwartet hatte. Aber umso mehr freut es mich, dass MATZE hier seine eigene Ausdrucksweise gefunden und seine Stärken damit unglaublich gut in den Vordergrund gestellt hat.

Denn MATZE ROSSI kommt nicht aus Gainesville oder New York oder sonstwoher. Er kommt von hier und deswegen klingt er auch nicht wie CHUCK RAGAN,TIM BARRY oder BRIAN FALLON oder andere Genre-Größen. Natürlich macht er auch Singer/Songwriter-Mukke und ja, manche Songs haben auch eine ganze Band mit dabei. Aber dennoch klingt er anders. Auch wenn seine Stimme leicht sonor ist, klingt er doch eher nach Schweinfurt anstatt nach CBGBs. Und das meine ich absolut positiv. Denn dadurch klingen seine Songs authentisch.

Ob er über sich selber singt, seinen Tod, oder dich auffordert, dein Leben zu genießen und nicht an dir selbst zu zweifeln. Es klingt nicht nach Schema-F – selbst wenn er nichts weltbewegend Neues hier veranstaltet. Aber es gibt Momente, da klingt es eher nach REINHARD MEY (beim Titeltrack z.B.) als nach FRANK TURNER. Und auch wenn der Vergleich natürlich überspitzt ist und nicht zu 100% passt (denn natürlich erinnert z.B. ein Song wie „Erzähl mir nichts“ ein wenig an Frank), macht er doch eine Richtung klar.

Denn der Sound ist jetzt nicht sonderlich dicke, aber absolut richtig. Die Platte wirkt intensiv, überlegt, reflektiert, fragend, traurig aber dennoch das Leben zelebrierend. Seine Stimme wirkt unaufgesetzt und einschmeichelnd und man könnte ihm stundenlang zuhören, wie er leicht melancholisch die großen und kleinen Themen behandelt. Und selbst wenn es mal düster wird, scheint von irgendwo meist doch noch ein Licht.

Für mich ist „Ich Fange Feuer“ einer der bisher gelungensten Versuche, das amerikanische Singer/Songwriter-Ding in ein Land zu übersetzen, indem man „Autobahn“ und nicht „Highway“ sagt. Viele wunderbare (unaufgeregte) Songs und großartige Texte. Eine deutliche Steigerungen zu seinen älteren EPs und ein ziemlicher Knaller. Ich würde mich sehr freuen, wenn er auf dem Niveau weitermacht und dann auch die Lorbeeren dafür einfahren kann.