Geschrieben von Mittwoch, 31 Dezember 2025 14:00

BurnYourEars Jahresrückblick - Das war unser 2025

Heavy Metaller in der Disco Fantasy (Dezember 1994) in München-Neuaubing Heavy Metaller in der Disco Fantasy (Dezember 1994) in München-Neuaubing Foto: Andreas Bohnenstengel

Andreas Bohnenstengel, CC BY 3.0 DE, via Wikimedia Commons

2025 – ein Jahr voller musikalischer Höhepunkte, unvergesslicher Konzertmomente und manch herber Verluste. Während die Musikwelt Abschied von Ozzy Osbourne, Ace Frehley, Chris Rea und Brent Hinds nehmen musste, brachte das Jahr starke Alben von PARADISE LOST, DEFTONES, HEAVEN SHALL BURN und vielen anderen hervor. Bei uns wurden neue Freundschaften geschlossen und erste Male erlebt – vom Crowdsurfing bis zum Interview mit der Herzensband.

Unsere Redaktion ist gewachsen, die Begeisterung ungebrochen: Hier kommen die ganz persönlichen Jahresrückblicke des BurnYourEars-Teams. Macht es euch gemütlich und lasst das Metal-Jahr 2025 noch einmal mit uns Revue passieren!

Anne

Ein Fiebertraum von Jahr! Ende 2024 dachte ich bereits, nach zwei monumentalen Neuveröffentlichungen und zwölf besuchten Konzerten (darunter meine top drei Lieblingsbands je doppelt) könne es musikalisch kaum besser werden, aber 2025 war anders wild. Einerseits noch mehr Konzerte, andererseits vor allem ganz viele erste Male, Neuanfänge und unfassbare Momente, die ich nur mit viel Anstrengung in der Realität verorten kann.

Beim PaganFest im Januar hatte ich die midlifecrisis-bedingte Eingebung, vor dem 40. Geburtstag endlich einmal Crowdsurfing ausprobiert haben zu wollen – gedacht, getan. Falschrum (nein, nicht auf dem Bauch, aber mit dem Kopf voran), aber hej – ich lerne noch. Bis März reifte dann die Idee, es sei nun an der Zeit, den (vermutlich längst veralteten) Taylor-Swift-Trend der Song- und Albentitel-Freundschaftsbändchen in der Metalszene zu etablieren und ich stürzte mich mit Begeisterung in die Welt der Buchstabenperlen.

Außerdem kann man sich wohl kaum ernstzunehmend Powermetallerin schimpfen, wenn man noch nie schwertbehängt zu einem epischen Quest aufgebrochen ist. So startete ich also unter dem Motto „Hic sunt dracones“ eine mehrtägige Tour über das Ruhrgebiet und die Niederlande nach Belgien, mit der Mission, möglichst viele Drachen aufzuspüren; Anfang und Ende markierte jeweils ein mottobezogenes Konzert. Mission accomplished – plus eins auf Abenteuer!

Im Mai reiste ich nach Wien, um einfach mal für eine echte Band in einem echten Studio echte Backingvocals aufzunehmen – verrückt! Der Track ist vor wenigen Tagen erschienen, und, nun ja, toller Song, aber im Mix gehen die Chöre ein wenig unter … zugegeben, man hört sie fast gar nicht – aber vielleicht ist das ja auch ganz gut so. Das Ergebnis war es also nicht unbedingt wert, das Erlebnis dafür umso mehr!

Im Juni durfte ich für eine Podcastfolge zehn Songs vorstellen, die zeigen, was Musik für mich bedeutet. Dass ich einmal zwei Stunden lang „öffentlich“ sprechen würde und dabei auch noch Spaß haben könnte, wäre mir noch vor nicht allzu langer Zeit unmöglich erschienen. Weiterlabern durfte ich im Juli als frischgebackenes Mitglied direkt am Informationsstand von Metality e.V., einem gemeinnützigen Verein, der fantastische Arbeit von und für Metalheads leistet. Und bei derselben Veranstaltung fand ich mich plötzlich auch noch im ersten Circlepit meines Lebens wieder – oberspaßig!

Im Herbst habe ich zum ersten Mal in der ersten Reihe Pommes gegessen und Kaffee getrunken – fühlte sich dekadent, chillig und ebenfalls etwas midlifekrisig an. Uneingeschränkt schön: beim (absurderweise) stundenlangen Warten vor Konzerthallen Leute kennengelernt, deren Bekanntschaft sich erstmals nicht auf das übliche „Zuletzt bei Band X war es so und so“-Gespräch beschränkte, sondern zu einer echten Gruppenfreundschaft wurde, die mich weit über einzelne Events hinaus durch die dunklere, privat nicht immer optimal verlaufene Jahreszeit trug und trägt.

Der monumentalste Neuanfang war jedoch mit Abstand mein Einstieg bei BurnYourEars im April. Schon als Kind und Jugendliche habe ich immer gern Zeitschriften gebastelt, seit Jahrzehnten betreue ich unser chorinternes Magazin, sogar in meiner kommunikationswissenschaftlichen Bachelorarbeit ging es um Zeitschriften. Es brauchte aber erst monatelanges halbsubtiles Zureden eines BYE-Redaktionsmitglieds, bis ich es für eine gute Idee hielt, mich in einer Metalmag-Redaktion zu versuchen. Warum, ist mir im Nachhinein schleierhaft.

Wie viel Spaß kann ein Hobby machen? Du bekommst News direkt von der Quelle, hängst in Backstagebereichen ab, sprichst mit Künstler:innen … Du hast eine kleine Band neu entdeckt, über die es noch nicht viele Infos gibt? Kein Problem, einfach zum Zoom-Talk einladen und selbst nachfragen! Deine Konzertfotos aus dem Publikum sind eher mitteltoll? Einfach ’nen Fotopass beantragen und direkt im Graben stehen! (OK, meine Fotos sind dadurch auch nicht besser geworden, aber das kommt vielleicht noch.)

Und ich bin immer noch nicht darüber hinweg, dass ich nach nur fünf Monaten bereits mein (allenfalls hypothetisches) Karriereziel erreicht habe: ein Interview mit meiner all-time Herzensband BLIND GUARDIAN. Ein unvergessliches Highlight, nicht nur des Jahres, sondern – so möchte ich vollkommen pathosfrei konstatieren – meines Lebens. Punkt. Danke an alle Kolleg:innen, die mich trotz meines zu ihrem bisweilen konträren Musikgeschmacks so herzlich aufgenommen haben und immer mit Rat, Tat und feinstem Humor zur Seite stehen.

Fürs nächste Jahr sind schon ein paar Termine geplant, darunter am aufregendsten sicherlich mein erster Besuch beim EpicFest in Dänemark (DAS Powermetal-Eldorado, macht euch auf was gefasst!), aber auch viele kleinere Shows – und ein paar Ideen für Texte köcheln ebenfalls schon auf Sparflamme vor sich hin. Ich freue mich auf viel neue Musik und weiterhin so erquickliche Erlebnisse mit, für und wegen BYE. Allen, die bis hierhin durchgehalten haben, ein ebenfalls spannendes und ereignisreiches Jahr 2026!

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Marcus

Gesundheitsmäßig war dieses Jahr bei mir leider durchwachsen, weshalb ich schweren Herzens auf so tolle Konzerte wie HELLOWEEN, SAVATAGE, NESTOR und AVANTASIA verzichten musste. Doch immerhin konnte ich erstmals THE NIGHT FLIGHT ORCHESTRA live erleben (Tanzalarm und absolute Empfehlung!), und auch sonst war zum Glück bei weitem nicht alles schlecht.

So durfte ich 2025 ein paar ungemein nette und liebenswerte Menschen kennenlernen und sehr schöne, neue Freundschaften schließen. Und auch nach meinem ersten kompletten Jahr in der Redaktion von BurnYourEars macht es mir noch immer wahnsinnig Spaß, hier rumzuwurschteln. Mein Dank daher an alle meine tollen Kolleginnen und Kollegen, und dabei speziell auch an unseren Chefredakteur Chris, der das hier alles seit 21 Jahren möglich macht!

Mein Song des Jahres 2025 heißt übrigens „Winds Of Time“. Diese 10-Minuten-Hymne von WINGS OF STEEL beinhaltet einfach alles, was mich Mitte der 80er zum Metal-Fan werden ließ: Einen geilen Aufbau, schnelle und wunderbar melodische Gitarren und einen tollen Sänger. Klassischer US-Metal ohne Zuckerguss, wie ihn auch damals nur die wenigsten Gruppen besser hinbekommen haben – einfach nur schön, dass es noch immer solche Bands gibt!

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Chrischi

Solange ein gefühlvolles Gitarrensolo, ein unvorhergesehener Twist oder auch nur einzelne Noten Gänsehaut verursachen und die Seele zum Schwingen bringen, ist alles gut. Solche Momente gibt es zum Glück nach wie vor zuhauf, in allen möglichen Genres – ob hart oder melodisch, symphonisch oder knochentrocken. Als verbindende, universelle Sprache ist unsere heißgeliebte Gitarrenmusik von allergrößter Bedeutung. Niemals wird sie ihre Macht einbüßen, egal, wie verrückt die Welt ist und noch wird.

Mein größter Dank und Respekt geht an diejenigen, die Tag für Tag versuchen, diese Verbindung zu schaffen und zu halten – auch (oder insbesondere), wenn sie nicht mehr unter uns weilen. Umso dicker wird die Gänsehaut, wenn ich daran denke, wie kurz Ozzy nach seinem allerletzten Gig abgetreten ist. So als hätte er an diesem besonderen Tag noch einmal alles aus sich rausholen wollen, bevor er mit Lemmy und all den anderen erneut anstoßen kann.

Hier also meine musikalischen Highlights 2025:

Beste Alben

LORNA SHORE - "I Feel The Everblack Festering Within Me"
Auch, wenn ein episches Ausnahme-Meisterwerk wie die "Pain Remains"-Trilogie fehlt, haben die Amerikaner ein durchweg starkes Deathcore-Statement abgeliefert.

HELLOWEEN - "Giants & Monsters"
Das kreative Kollektiv feiert sein 40. Bandjubiläum mit einer abwechslungsreichen Scheibe, die dem selbstbetitelten Vorgänger in nichts nachsteht.

YEAR OF THE GOAT - "Trivia Goddess"
Ein melodisches Occult-Rock-Meisterwerk mit sensationellen Harmonien und Gitarrensoli zum Niederknien.

DREAM THEATER - "Parasomnia"
Mit Mike Portnoy fühlt es sich bei der Progressive-Metal-Institution ein bisschen wie nach Hause kommen an – ohne große Überraschungen, doch mit dem beruhigend guten Gefühl, dass man einfach weiß, was man hat.

LARKIN POE - "Bloom"
Ein kurzweilig kraftvolles Rock-Werk voller melodischer, bluesgetränkter Hymnen, die auch in der akustischen Abwandlung hervorragend funktionieren.

Wichtigste Songs

HELLOWEEN - "Into The Sun"
HELLOWEEN - "Universe (Gravity For Hearts)"
LARKIN POE - "Mockingbird"
LORNA SHORE - "Glenwood"
SPIDERGAWD - "The Grand Slam"
SPIDERGAWD - "Winter Song"
SPIRITBOX - "The Void"
YEAR OF THE GOAT - "Met Agwe"
YEAR OF THE GOAT - "Alucarda"

Beste Gigs

AVANTASIA in Tilburg
Trotz erkranktem Tobias Sammet eine Wahnsinns-Show mit tollem Bühnenbild, grandiosen Songs und einer starken Performance aller Musiker:innen und Sänger:innen.

BLIND GUARDIAN in Tilburg
Eine deutsche Power-Metal-Legende zum Spottpreis vor erschreckend wenig Zuschauern – doch ein bestens aufgelegter Hansi Kürsch und seine Mitstreiter liefern routiniert und souverän ab.

HELLOWEEN in Bochum
Faszinierend, wie gut die sieben Jungs miteinander harmonieren, und wie leidenschaftlich sie diese Zusammengehörigkeit auch auf der Bühne unter Beweis stellen.

Entdeckungen des Jahres

LORNA SHORE
SPIDERGAWD

Der PDP Riffmaster für die PlayStation 5 – mit dem viel zu spät entdeckten Rock Band 4 (RIP) das schönste Guitar-Hero-Revival seit, nun ja, Guitar Hero auf der PlayStation 2.

Vorfreude 2026

LORNA SHORE live zu erleben. Die deutsche Komponisten-Legende Hans Zimmer mit seiner Band nochmals bestaunen zu dürfen. Und Hoffnung auf die nächste AYREON-Show in Holland, für die ich hoffentlich wieder Tickets bekomme …

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Helge 

2025 – insgesamt ein gutes Jahr! Nachdem ich zuletzt eine gewisse Konzertmüdigkeit verspürt hatte, hat es mich wieder gepackt. Es gibt doch keinen schöneren Ausgleich zum Alltag, als bei einem Livegig die Energie zu spüren, die zwischen Band und Publikum britzelt.

Wenn es sie denn gibt – Energie. Denn letztlich kommt es für mich drauf an, welche Art von Konzert es ist: Haben die Künstler:innen wirklich Bock, hängen sich rein und machen auf der Bühne mehr als nur einen Job? Hat das Publikum Lust auf was Neues, Lust, den Kopf auszuknipsen und mitzumachen – sei es genussvoll mit geschlossenen Augen oder schwitzend im Pit? Oder machen die Leute da oben Dienst nach Vorschrift, weil nach Album Nummer 12 eben ne Tour zu folgen hat? Und ist es für das Publikum nur: Szene treffen, rumstehen und Bier trinken?

Von der zweiten Kategorie hatte ich in meinem Leben mehr als genug. Dieses Jahr waren es zum Beispiel IRON MAIDEN und OPETH, die eindeutig in die Kategorie „gut, aber verzichtbar" fallen. Ein besonderes Extrem waren BENEDICTION, die sehr gut, aber auch sehr routiniert abgeliefert haben und deren Fans wegen mürben Knochen und dicken Bäuchen kaum mehr zum Ausrasten fähig sind und allein vom Gang an die Theke ins Schwitzen kommen. Ein ernüchterndes Bild einer überalterten Szene, der man den jahrzehntelangen Missbrauch legaler Drogen leider deutlich anmerkt.

Diese Konzerte haben mich hingegen auf unterschiedliche Art begeistert:

OASIS im Wembley-Stadion, London:

Größer geht's nicht und die Briten feiern die Wiederkehr ihrer Messiasse mit einer Inbrunst, als wäre die Queen zurück auf dem Thron. Ich hatte ja keine Ahnung, dass die Gallagher-Brüder ein solches Kulturgut darstellen. Briten jeden Alters trinken das Stadion leer, liegen sich mit feuchten Augen in den Armen und singen jedes Wort mit – so laut, dass ich bei den ersten Songs nicht viel mehr als das Schlagzeug höre. Leute sitzen auf Leuten und schwenken Flaggen. „Best band in the fucking world, mate" schreit mir ein emotional schwer angegriffener Mann, Mitte 20, ins Ohr. Für ein paar Stunden bin ich ausnahmsweise geneigt, ihm zuzustimmen.

DOOL im Logo, Hamburg:

Die emotionale Wucht der Songs wird in intimer Live-Atmosphäre noch eine Windung enger geschraubt. Dazu die rohe Wand aus drei Gitarren, die ergreifenden Melodien von Raven Van Dorst – das Konzert hat in mir noch länger nachgehallt.

SHELTER in der Zeche Carl, Essen:

Die 90er haben ein paar interessante Ansätze hervorgebracht. Einer davon war der Hare-Krishna-Hardcore von SHELTER, die den 30. Geburtstag ihres Albums "Mantra" mit einer Tour feiern. Sänger Ray Cappo ist fit wie ein Wanderprediger und das Publikum hat Bock – Moshpit ohne Ende, Leute springen auf die Bühne und grölen ins Mikro wie in den good old days. Crowdsurfing ist Ehrensache und gemeinsam verschafft man einem ca. 12-jährigen Jungen den Abend seines Lebens, indem man ihn immer wieder behutsam bis ans Ende des Saals auf Händen trägt – woraufhin er wieder nach vorn flitzt und direkt nochmal will.

KAE TEMPEST im Grünspan, Hamburg:

Gibt es eigentlich noch guten HipHop? Frage für einen alten Boomerfreund, der in den 90ern sozialisiert wurde (als alles besser war). KAE TEMPEST ist schon allein technisch beeindruckend und spuckt vor der ersten Ansage erstmal 45 Minuten Silben aus, ohne eine einzige fucking Pause. Lyrisch ist das Next-Level-Shit, philosophische, literarische Betrachtungen von Leben und Liebe. Ohne alles zu verstehen, geht man emotional gestärkt nach Hause. Es gibt noch Hoffnung für den HipHop und vielleicht sogar Hoffnung für uns alle.

CARSICK im Molotow, Hamburg:

Das Reeperbahn Festival ist insgesamt toll gewesen und ein Highlight im Highlight waren CARSICK – junge, hungrige Briten, die motiviert vom beginnenden Erfolg und perfekt eingespielt vom Festivalsommer die Party starten. Moderner Punkrock verträgt auch Sprechgesang und das Cover von "Song 2" ist zwar sehr britisch, CARSICK hätten den Laden aber auch ohne fremden Gassenhauer zum Kochen gebracht.

GURRIERS im Molotow, Hamburg:

Gleiche Location, gleiches Prinzip: junge hungrige Draufgänger aus Irland, die auf Genres scheißen, Postpunk mit Indie ver- und das Molotow aufmischen. Nachhaltig beeindruckt hat mich auch die Vorband THEATRE, die bislang noch nicht mal Musik veröffentlicht hat – der erste Song kommt im Januar. Da erwartet uns richtig schöner Postpunk-Shoegaze mit starkem Elfengesang, Leute!

Meine Alben des Jahres:

WARFIELD - "With The Old Breed":

Wer auf 80er-Thrash-Geballer deutscher Schule steht und auch nur einen Funken Anstand im Leib hat, hört und feiert dieses Album.

OAK - "The Third Sleep":

Eigentlich wird mir Prog-Musik zunehmend zu anstrengend, kommt mir häufig exaltiert und aufgesetzt vor. Aber wenn es so natürlich fließt wie dieses Album, packt es mich doch. "The Third Sleep" habe ich auffallend oft gehört dieses Jahr.

JADE - "Mysteries Of A Flowery Dream":

Könnte mein Death-Metal-Highlight 2025 sein – die Atmosphäre ist zum Schneiden, das ganze Album wie eine Wohnungsbesichtigung in der dunkelsten Gruft des Orion-Nebels. Ich könnte sofort einziehen, Herr Cthulhu, wo darf ich unterschreiben?

ABOR & TYNNA - "Bittersüß":

Circa einmal pro Jahr gibt's ein Pop-Album, dem ich eine Zeit lang verfalle. 2025 war es das der deutschen ESC-Kandidat:innen ABOR & TYNNA. Inhaltlich ist das definitiv für eine andere Zielgruppe formuliert: Die Zeiten, in denen ich emotionale Enttäuschungen tindernd durch Berliner Technoclubs gezogen bin, sind, äh ... lange vorbei ... Hust ... Anyway, sie haben trotzdem einen emotionalen Schalter bei mir gefunden und ich wünsche den beiden alles Gute für ihre Karriere.

BLACKBRAID - "III"

Viel besser kann man melodischen Black Metal nicht machen. Und die folkigen Interludes mit Tiergeräuschen tragen tatsächlich zur Atmosphäre bei – wie macht der das? Beim Gutfinden hilft sicher, dass Mainman Jon Krieger seine Native-American-Bezüge vertont und eben kein White Dude mit Kellerassel-Vibes hinter BLACKBRAID steckt. 

BLEED - "Bleed":

Irgendwie habe ich noch keine Zeit gefunden, das neue DEFTONES-Album zu hören. Oder BLEED sind der Grund, denn wer deren Debüt hat, braucht keine neue DEFTONES-Platte mehr.

PARADISE LOST - "Ascension":

Was für ein Meisterwerk. Der mittlerweile wohl besten Band der Peaceville Three kann keiner das Wasser reichen. Wäre ich PARADISE LOST, ich würde jetzt einfach aufhören und "Ascension" als gewaltigen Karriere-Abschluss hinterlassen.

FAETOOTH - "Labyrinthine":

Magische Mischung aus Deathdoom und elfigem Shoegaze. Ich lege mich auf sowas ungern fest, aber das hier ist möglicherweise mein Album des Jahres.

Honorable mentions:

BIOHAZARD sind mit voller Proleten-Power zurück! CORONER knallen uns ein atmosphärisches Brett vorn Kopp! AMORPHIS machen AMORPHIS-Sachen! Außerdem: Ozzys Tod hat mich berührt und zu einem Deep Dive in seine Soloalben inspiriert. Geile Sachen dabei, ich bin Team "Bark At The Moon"! Aus der Kategorie „alte Neuentdeckung": Kann mir mal jemand erklären, warum damals alle über "Host" von PARADISE LOST so abgehatet haben? Ist doch geil!

Persönliches Lowlight: Gerade wenn man denkt, Metal könnte nicht peinlicher werden, covern FEUERSCHWANZ "Gangnam Style". Schlimmer als der Song ist nur das Video, Kategorie „Schwerer Verkehrsunfall". Naja, ich bin sicher: Irgendwer wird das 2026 noch mutwillig unterbieten ... Mal sehen, was die Viking- und Mittelalter-Szene noch so auf Lager hat ...

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Arne

Darf man eigentlich jedes Jahr den Jahresrückblick mit den gleichen Worten beginnen? Denn, wie jedes Jahr irgendwie, ist auch 2025 schon wieder vorbei. Unerwartet schnell, was wieder mal daran liegen könnte, dass viel geschehen ist: Leben mit zwei Kindern, Zurechtfinden im neuen Job, Hausbau, zwei langwierige Verletzungen, Reduzierung oder Neuzugänge innerhalb des Freundeskreises und so Vieles mehr.

Habe ich im letzten Rückblick versprochen, wieder mehr dem Webzine beizusteuern, muss ich leider feststellen, hat nicht so geklappt. Sorry, liebes BYE Team, es macht dennoch wahnsinnig Spaß mit euch.
Danke auch an die drei mir liebsten Menschen (neben meinen Eltern) auf diesem Planeten, meine Freunde und alle anderen wichtigen Menschen um mich herum.
Und ich werde nie müde, es zu sagen, ohne Musik würde mir eine ganz wichtige stützende Säule im Leben fehlen.

Neueste musikalischen Entdeckungen: 


BLOOD INCANTATION
SAVAGE LANDS

DEAD HEAT
RIVERS OF NIHIL

BA‘AL - "The Fine Line Between Heaven and Here"
CTHVN - "Hymn"

Enttäuschungen des Jahres:


Das neue Album von BETWEEN THE BURIED AND ME (mir fehlt die Abwechslung zu den Vorgängern),
DEEZ NUTS (die sind mir mittlerweile zu prollig geworden oder bin ich zu alt dafür?),
die personellen Abgänge vom Sänger und Drummer bei THE OCEAN.

Hin- und hergerissen:

MACHINE HEAD - "Unatoned" (Hat mich nicht so abgeholt, wie andere Werke)
KOLLEKTIV RAUMORDNUNG - "Stewards of Eon" (Musikalisch bin ich mir noch unsicher, aber ich liebe das Gesamtkonzept inklusive EREMIT etc…)

DER WEG EINER FREIHEIT - "Innern" (Habe ich mich eventuell an DWEF satt gehört?)

Meine Alben des Jahres:


DEFTONES - "Private Music"
MANTAR - "Post Apocalyptic Depression"
DESERTED FEAR - "Veins of Fire"
BIOHAZARD - "Divided We Fall"
AMORPHIS - "Borderland"
SAVAGE LANDS - "Army of the Trees"
COHEED AND CAMBRIA - "Vaxis – Act III: The Father of Make Believe"
VERHEERER - "Urgewalt"
RIVERS OF NIHIL - "Rivers of Nihil"
STILLBIRTH - "Survival Protocol"
HEADS FOR THE DEAD - "Never Ending Night of Terror"
BENEDICTION - "Ravage of Empires"

Live:


MANTAR in Herford

HATEBREED in Herford
DIE FANTASTISCHEN VIER in Bielefeld

EREMIT in Bielefeld


Das erwarte ich von 2026:
Wieder mehr für BYE schreiben.
Ich bin extrem gespannt auf das neue Werk von THE OCEAN.
Das neue Werk von LIONHEART. Ein Ticket für die Show in Münster habe ich schonmal.
Das neue Album von GAEREA.
HATEBREED bringen auch ein neues Album raus.
Die neuen Songs von WRESTLEMANIACS. Und wie steht es eigentlich um NECKBREAKKER, TOTENMOND, GOJIRA, LIFE OF AGONY, DISMEMBER, IBARAKI, BLIND GUARDIAN, HYPOCRISY?

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Cengiz

Wenn ich auf 2025 zurückblicke, dann mit gemischten Gefühlen. Es war ein Jahr der extremen Kontraste: Auf der einen Seite ein Konzertkalender, der vor Highlights nur so strotzte, auf der anderen nicht nur eine Nachricht, die die Metalwelt im Mark erschüttert hat.

OZZY

Wir wussten alle, dass dieser Tag kommen würde, aber als es am 22. Juli 2025 Gewissheit gab, traf es mich wie ein Schlag: OZZY ist nicht mehr. Der „Prince of Darkness“, der Mann, der den Heavy Metal geprägt hat wie kaum ein Zweiter, hat die Bühne für immer verlassen. Es fühlt sich immer noch surreal an, doch immerhin hatte er die Möglichkeit, sich mit „Back To The Beginning“ noch einmal gebührend zu verabschieden, ein Jahrhundert-Event, von dem mir ein unfassbar emotionaler und großartiger Livestream bleibt.

Doch Ozzy war nicht der Einzige. Dass wir uns im selben Jahr auch noch von Ikonen wie Ace Frehley und MASTODON-Riffmeister Brent Hinds verabschieden mussten, hat 2025 einen tiefschwarzen Rand verpasst.

Musik, wie ich sie mag – LIVE

Vielleicht war es gerade wegen dieser Verluste so wichtig, die Musik dort zu feiern, wo sie lebt: In den Clubs, auf den Festivals, vor der Bühne. Eigentlich plane ich immer vergleichsweise wenig und am Ende stand ich doch wieder gefühlt jede Woche irgendwo vor einer Bühne. Im Januar wurde sehr spontan mit den Finnen von TURMION KÄTILÖT in Essen gefeiert, im Frühjahr habe ich gute Freunde von EXISTENT und HIRAES begleitet, und bei ROCK IM PARK durften wir wieder stilecht durch den Matsch waten.

Sommer mit LEAGUE OF DISTORTION

Richtig los ging es dann ab August mit LEAGUE OF DISTORTION. Nicht nur beim SUMMER BREEZE war ich am Start, sondern auch beim WASSENROCK und bei zwei ihrer Shows mit APRIL ART. Über die Jahre hat sich eine angenehme Freundschaft entwickelt. Im Herbst gingen dann die nächsten Touren los und den Auftakt machte ein grandioser Abriss mit BLOODRED HOURGLASS, doch noch mehr begeistert haben mich LUNA KILLS, die es mit ihrem Auftritt und ihrem Debütalbum direkt auf meine Spotify-Top-1 geschafft haben. FROM FALL TO SPRING haben anschließend das Carlswerk Victoria abgerissen: pure Eskalation und viele ausverkaufte Shows. Vieles davon findet ihr auch bei BurnYourEars – mit Fotos und Berichten zum Nachlesen.

Alben

Ich jage mittlerweile gar nicht mehr so sehr jedem Release hinterher, aber ein paar Scheiben haben sich dann doch nachhaltig festgesetzt. Allen voran HEAVEN SHALL BURN mit „Heimat“: ein gewohnt kompromissloser Totalabriss, gekrönt von einer Quasi-Releaseshow bei ROCK IM PARK, die das Gesamtpaket perfekt abgerundet hat. Das Albumartwork hängt bei mir als Fineprint an der Wohnzimmerwand. Kunst ist eben nicht nur die Musik, und ich liebe es, wenn das Drumherum ebenso Eindruck macht. Ich warte immer noch auf die Ankündigung, Britta fest bei HSB aufzunehmen, nachdem sie im Sommer Marcus eindrucksvoll vertreten und die Metal-Community diese Aktion mit offenen Armen aufgenommen hat.

Daneben haben mich der Output von POPPY, LUNA KILLS und SOLENCE das Jahr über begleitet und dafür gesorgt, dass es auch abseits der Bühne nie wirklich leise wurde. Für 2026 warte ich schon gespannt auf die neue SKINDRED-Scheibe und ganz nebenbei auf irgendeine halbwegs sinnvolle Lösung für diese ganze unsägliche KI-generierte Musik.

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Marcel

Marcel

Nach einer zweijährigen Pause kehrte ich dieses Jahr zu BurnYourEars zurück und freue mich darauf, zukünftig wieder über Musik schreiben zu können. 2025 war ein gutes Jahr für Musik mit starken Neuveröffentlichungen und Debütalben.

Einerseits veröffentlichten Bands wie ASKYSOBLACK und BLEED, denen ich schon seit Jahren folge, dieses Jahr ihre ersten Alben und erfüllten damit durchaus meine Erwartungen, andererseits erschien die eine oder andere EP als bestätigte Vorboten zu anstehenden Debütalben. So veröffentlichten BALMORA und XAPOTHECARYX jeweils eine EP und kündigten mehr oder weniger offiziell ihre Debütalben an, die darauf aufbauen sollen. In Sachen Revival-Metalcore ist also durchaus mit musikalischem Nachschub zu rechnen.

Zudem gab es die self-titled EP von HOLDER, die mich mit ihrer Mischung aus Metalcore und Screamo-Instrumentals und ihren eingängigen introspektiven Texten begeisterte. Bands wie LONG GOODBYE und KILLING ME SOFTLY knüpften mit ihren neuen EPs an vorherigen Veröffentlichungen an und boten weitere starke Kost für Fans von Metalcore im Stil der späten 90er und frühen 2000er Jahre.

Neben den eingangs erwähnten Shoegaze-Alben gab es auch im deutschen Raum einige starke Veröffentlichungen, wie „Separation Pain“ von TWIN MILL, eine 90s Grunge-EP in modernisierter Form à la SUPERHEAVEN, oder die zahlreichen Singles von POPPY WIZARD, die eine Mischung aus Grunge und Heavy Shoegaze bieten. Abgerundet wurde das Ganze für mich persönlich durch das Debütablum von DISPASSIONATE und machte 2025 zu einem sehr guten Jahr für die deutsche DIY-Musikszene.

Auch 2026 verspricht daran anzuknüpfen, sei es in Form von Metalcore- oder Shoegaze-Alben, wie beispielsweise dem anstehenden Debütalbum von CLONED APPARITION, das von diesem auf das nächste Jahr verschoben wurde. Daher freue ich mich auf eine Menge neuer Musik, Reviews und den einen oder anderen Konzertbericht. Zudem mache ich es mir zur Mission, eine gute Alternative zu Spotify zu finden, da mir neben den bekannten Problemen die zunehmende Kommerzialisierung der App auf die Nerven geht.

Meine Lieblingsveröffentlichungen in keiner spezifischen Reihenfolge:

HIGHER POWER - "There's Love in This World if You Want It"
ASKYSOBLACK - "Touch Heaven"
BLEED - S/T
XAPOTHECARYХ - "The Machine Demands Blood"
DISPASSIONATE - S/T
TWIN MILL - "Separation Pain"
A MOURNING STAR - "Necessity Has Clipped My Wings"
TIMES OF DESPERATION - "Vegan Manifesto"
KILLING ME SOFTLY - "To Forever Fall Through God's Safety Net"
LONG GOODBYE - "To Reconcile With Death for the Sake of a Beautiful Ending"

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Matthias

Ich habe dieses Jahr bei BurnYourEars nicht viel, auf das ich zurück blicken kann. Bisher ist nur mein Schritt weg von Abos und Algorithmen eingeflossen, es gibt aber diverse Dinge, die darauf warten, fertig geschrieben zu werden, wenn die kumulierten Fresskomata überwunden sind.

Musikalisch sind mir durch den Weg weg von Algorithmen zurück zu eigenem Chaos Dinge wie NIGHT VERSES, ROLO TOMASSI, LOUIS COLE, SOREPTION, SYLOSIS und UNPROCESSED untergekommen. Daneben sind alte Dinge, die ich wieder ausgegraben habe, und vor allem IGORRR, ORBIT CULTURE, MESHUGGAH und ARCHSPIRE gelaufen.

Auch Konzerte gehören nach der Babypause langsam wieder zum Programm, auch wenn drei der sechs, die ich dieses Jahr geschafft habe, HEAVYSAURUS waren (in der Babypause scheinbar zumindest das Wichtigste richtig gemacht).

Insgesamt war es ein Jahr, in dem ich so viel Musik gehört habe wie lange nicht, was mich sehr glücklich macht. Ich freu' mich, wieder dabei zu sein und neue Entdeckungen mit euch teilen zu können.

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Luise

In ein paar Tagen ist das Jahr 2025 vorbei und traditionsgemäß schreibe ich meinen BurnYourEars Jahresrückblick mit einer Erkältung auf der Couch liegend ... manche Dinge ändern sich wohl nie. Doch dieses Jahr brachte für mich so einige Veränderungen mit sich.

An vorderster Front sind meine Jahre als Astrophysik-Studentin seit August vorbei und ich darf mich nun mit dem Titel "Master of Science" (oder wie es unter meinen nun ehemaligen Kommilitonen genannt wird: "Master of the Universe") schmücken. Diesem Meilenstein folgt seither die unermüdliche Suche nach einer Doktorandenstelle, denn nur mit einem Masterabschluss kommt man in der Forschung heutzutage leider nicht mehr weit. Allerdings geben 20 erfolglose Bewerbungen und um die 100 Bewerber pro ausgeschriebene Stelle auch nicht gerade Zuversicht, dass dies bald der Fall sein wird. Wollen wir hoffen, dass es an dieser Front 2026 besser wird als jetzt.

Abseits davon sah mein Jahr musikalisch leider etwas dürftig aus. Zum ersten Mal seit 2013 habe ich, obwohl es möglich gewesen wäre, kein einziges Festival und nur fünf Konzerte besucht. Der unschöne Grund für diese traurig aussehende Statistik: eine Verkettung unglücklicher Umstände hat meiner Gesundheit in der ersten Jahreshälfte quasi den Garaus gemacht. Daher bin ich auch meinen musikalischen Vorsätzen hier nicht gerecht geworden – Schande über mich (aber Konzerte für 2026 sind schon in Planung)!

Aufgrund der etwas kargen Konzertsituation gibt es statt meiner üblichen Jahresrückblicks-Top-10 dieses Jahr nur eine Top 5 (ohne Reihenfolge):

AVATAR - "Don’t Go In The Forest"
AMORPHIS - "Borderland"
THE HALO EFFECT - "March Of The Unheard"
DROPKICK MURPHYS - "For The People"
BLOODYWOOD - "Nu Delhi"

Top 5 Konzerte (in Reihenfolge):

PARKWAY DRIVE - Stadthalle, Wien

UNLEASH THE ARCHERS - (szene), Wien

FIDDLER’S GREEN - Simm City, Wien

THE HALO EFFECT - Arena, Wien

BLOODYWOOD - Gasometer, Wien


Und damit verabschiede ich mich von euch aus diesem Jahr, kommt gut rüber und bleibt gesund. Bis 2026!

***

Chris

2025 war ein starkes Jahr für BurnYourEars: Besonders freue ich mich über die Neuzugänge im Redaktionsteam, die frischen Wind reingebracht haben und mit unermüdlicher Motivation für inhaltliche Highlights sorgen – am Schreibtisch und im Fotograben!

Dafür könnte die Flut an E-Mails gerne weniger werden: Knapp 100 Nachrichten pro Tag landen in unserem Redaktionsverteiler und es ist schlicht unmöglich, dieser Masse an potentiell spannenden Releases auch nur ansatzweise gerecht zu werden. Gerne hätte ich auch persönlich mehr Inhaltliches geliefert dieses Jahr, aber mit Job, Familie und allem Drumherum fällt so manches hinten runter …
Falls das hier also ein:e Musikverrückte:r liest, der oder die immer schonmal für ein Mag schreiben wollte – bitte melde Dich bei uns, es gibt unendlich viele coole Musiker:innen zu entdecken, die mehr Aufmerksamkeit verdient hätten!

Musikalisch hatte ich den Kopf tief in der MEGADETH-Diskographie, das angekündigte Ende der Band wirft seine Schatten … Dennoch gab’s auch bei mir dieses Jahr relativ viel Neues im CD-Player (ja, ich kaufe noch, und nein, kein Vinyl): Neben spannenden Alben von 1914 (intensiv!), HAVUKRUUNU (episch!), MESSA (wer mag sie nicht?) und Geballer aus dem Hause CRYPTOPSY, DEGRAVED, FALLUJAH und BURNED IN EFFIGY zählten folgende Scheiben zu meinen Highlights:

PARADISE LOST - „Ascension“ (Werden im Alter sogar noch besser, als sie zwischendurch schon waren)
ALLEGAEON - "The Ossuary Lens“ (Starker Nachfolger eines genialen Vorgängers)
HARAKIRI FOR THE SKY - "Scorched Earth“ (Verzweifelte Schönheit in Endlosschleife)
COHEED AND CAMBRIA - "The Father Of Make Believe“ (Endlich wieder ein Coheed-Album, das mich packt!)
DREAM THEATER - „Parasomnia“ (Nach wie vor meine liebsten Progger)
DEFTONES - "Private Music“ (Wer braucht nette Bands wie BLEED, wenn das Original noch so derbe abliefert?)
CORONER - „Dissonance Theory“ (Comeback des Jahres!)

IN MOURNING, BLACKBRAID, AMORPHIS, NAILED TO OBSCURITY, THE HAUNTED und THE HALO EFFECT haben auch richtig gute Alben hingelegt, TESTAMENT klangen 2025 zwingender als MACHINE HEAD und KILLSWITCH ENGAGE sowie HOODED MENACE fand ich ebenfalls sehr solide. RIVERS OF NIHIL setzten sich stilistisch zwischen die Stühle und ich kann nur hoffen, dass sie das Kapitel Prog noch nicht ganz begraben haben … auf ihrem selbstbetitelten Werk sind sie unter ihren Möglichkeiten geblieben. Dafür haben HEAVEN SHALL BURN zum ersten Mal eine Platte geliefert, mit der sogar ich etwas anfangen kann.

Und live? OPETH habe ich im Frühjahr gesehen, doch der Gig bleibt in meiner Erinnerung seltsam blass – möglicherweise, weil auch das aktuelle Album "The Last Will And Testament" bis heute nicht so richtig zünden will. Ganz anders die Shows von BENEDICTION (oldschool in jeder Hinsicht) und DOOL in Hamburg. Letztere bescherten mir mehrfach Gänsehaut … wuchtig, atmosphärisch, genial! Auch JERRY CANTRELL hinterließ live einen intensiven Eindruck, nicht nur dank der ALICE IN CHAINS-Klassiker, die einmal mehr an verstorbene Musiklegenden erinnerten …

Unter freiem Himmel genoss ich neben einem Tag mit meinem Kleinen beim HURRICANE FESTIVAL die mit Portnoy wiedervereinten DREAM THEATER im Hamburger Stadtpark – für mich Premiere und herrlich kitschig zur untergehenden Sonne. Auf die Zwölf gab's wie gewohnt von PRONG im kleinen Club, wo denn auch PRO-PAIN den Konzertsack für mich perfekt zumachten, voller Druck und positiver Energie.

Mit Blick auf 2026 stellt sich wie erwähnt schon etwas Wehmut ein: MEGADETH veröffentlichen im Januar ihr finales Album, das Ticket für die Tour mit IRON MAIDEN hängt bereits am Kühlschrank. Ich hoffe, dass sie sich auch als Headliner noch mal blicken lassen, um sich vernünftig zu verabschieden – eine Welt-Tour ist angekündigt.

Verabschieden passt zum letzten Punkt: Schnappt euch ein paar Alben aus unseren AOTY-Listen zum Ausklang, rutscht gut ins neue Jahr, bleibt gesund und lasst es auch 2026 ordentlich brennen … aber bitte nur im Gehörgang. Wir lesen uns!

BYE Redaktion

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