Außerhalb meiner Hörgewohnheiten, mitten in der Wohlfühlzone
Auf ihrem dritten Album schöpfen die Kölner Psychedelic Rocker mit neuem Session-Sänger aus dem Füllhorn entspannter Retro-Vibes der 60er, in deren halluzinogener Klangwelt ich mich allerdings so wenig zu Hause fühle, dass ich außer vielleicht LED ZEPPELIN oder DEEP PURPLE keine Referenz heraushöre. Zum Glück nennt die Band selbst ein paar musikalische Vorbilder, darunter TAME IMPALA, COLOUR HAZE, HAWKWIND, JACCO GARDNER oder TEMPLES. Das entspannte "Sounds From The Ether" erinnert mich mit seiner nöligen Strophe an die erste SILVERCHAIR … mehr funfact als hilfreich, ich weiß.
Aber auch wenn das Genre mir eher fremd ist, erkenne ich hier liebevoll ausgeführtes Handwerk und spüre vor allem eins: Atmosphäre. Die reichen, sorgsam gefertigten Arrangements mit glimmernden Melodien, wabernden Keyflächen, oft hypnotischen Drums und der getragenen, hellen Stimme von Sänger Jack McAfee (THE MIRACLE SEEDS) geben Raum und Tiefe. Auch die Produktion ist warm und voll und fällt bis auf ausgiebigen Hall-Einsatz nicht in unnötige Lo-Fi-Romantik. Hier und da spannen atmosphärische Alltags- und Naturgeräusche zusätzlich ein stimmungsvolles Netz über die oft melancholischen Songs, die dadurch noch verträumter klingen.
SMOKEMASTER liefern hier ein atmosphärisch dichtes, handwerklich überzeugendes Album ab, das seine 60er-Wurzeln mit viel Liebe zum Detail zelebriert. Wer mit dem Genre vertraut ist, sollte definitiv ein Ohr riskieren – für alle anderen wie mich ist es zumindest eine entspannte Reise wert.