Vor allem beim Gesang fällt auf, dass die Schweden größeren Wert auf Eingängigkeit und fist-in-the-air-Refrains legen. Das Organ von Sänger Robin Björk ist dabei genauso rauh wie noch auf dem Vorgänger, hat mittlerweile allerdings die offensichtlichsten Young-Hetfield-Vibes hinter sich gelassen. Und auch die Gitarren legen zweistimmige Leads vor, die an die Klassiker der NWOBHM gemahnen.
Gleichzeitig sind XION noch immer ganz klar im Thrash Metal verwurzelt. Das Riffing ist zwar nicht überkomplex, aber ultra-exakt und oft genug pfeilschnelles Geschrote. Dazu kommen zahlreiche Gniedel-Soli alter Bay-Area-Schule. Wer XION also für ihren sauber und effizient performten Thrash liebgewonnen hat, kann beruhigt aufatmen.
Bleibt die Frage, ob das alles gut geht. Die Antwort: Jein. Grundsätzlich ist XION mit "When Stars Collide" ein starkes Album gelungen, das zwei Welten so gut vereint, dass man den Sound durchaus als zeitlos bezeichnen kann. Was will man mehr?
Allerdings zeigt das Album relativ schnell Abnutzungserscheinungen. Das liegt zum Einen daran, dass vielen der Melodien dann doch das letzte Quentchen Epik fehlt, um wirklich als klassischer Banger im Kopf zu bleiben. Zum anderen heißt klassischer Metal hier: wenig Abwechslung. XION setzen auf klassische Strukturen aus Strophe, Refrain, Bridge, Solo - und ziehen das Konzept mehr als einmal so in die Länge, dass man ungeduldig auf die Uhr schaut. "Burned Onto You" zum Beispiel geht mit über sechs Minuten ins Rennen. Da hätte man gut und gerne zwei abschneiden können und hätte den besseren Song gehabt. Und auch an anderer Stelle neigen XION dazu, noch einen Refrain, noch ein Solo zu bringen. So gelingt ihnen das zweifelhafte Kunststück, dass sich acht Songs und 38 Minuten verdammt lang anfühlen.