Dienstag, 19 Mai 2026 20:40

Savage Mania - Demonic Assault Tipp

Savage Mania - Demonic Assault
    Thrash, Teutonic Thrash

    Label: Fireflash Records
    VÖ: 15.05.2026
    Bewertung:8/10


Pausenhofpalaver 1986: „Wer is´ die goilste Thrash-Band Europas?“ „Kreator!“ „Destruction!“ „Sodom!“ „Tankard!“ „Savage Mania!“ „Savage WEEEEER???!!!“ … Okay, dieses Gespräch hat es so nie gegeben – es sei denn, Bill und Ted wären bei euch in ihrer zeitreisenden Telefonzelle vorbeigekommen und hätten einen Haufen junger Rumpel-Metaller aus der Zukunft ausgespuckt, die eigentlich erst vier Jahrzehnte später unter dem Namen SAVAGE MANIA von sich Reden machen sollten.

Doch was will euch der olle Typ mit dem fragwürdigen 80er-Humor jetzt eigentlich mitteilen? Ganz einfach: Die Schweden SAVAGE MANIA lassen die Anfänge des Thrash-Metal auf ihrem Debüt derart authentisch wiederaufleben, dass es fast schon erschreckend ist! Songstrukturen, Sound, Gesang – ständig denkt man: „Das hab´ ich doch vor Urzeiten schon mal gehört – und ich fand´s damals richtig, richtig geil!“

Savage Mania Band
SAVAGE MANIA (Pic: Promo)

Ein detailliertes Auseinanderklamüsern dieses 30-minütigen Nostalgie-Overkills erübrigt sich: Gefällt euch ein Song, gefallen euch alle. Die ganze Scheibe wurde laut Band in nur zwei Tagen eingezimmert, klingt räudig wie die Hölle und ist standesgemäß verpackt in ein Cover, wie es früher wohl der halbwegs talentierte Kuttenkumpel aus der Parallelklasse gezeichnet hätte. Klar, innovativ ist das alles nicht. Aber eine knietiefe, gelungene Verbeugung vor einem Sound, den seinerzeit in dieser Qualität nur ein paar junge Krawallos aus Deutschland hinbekamen. Wobei SAVAGE MANIA Wert auf die Feststellung legen, dass auch die ersten Scheiben von Metallica, Slayer und Whiplash Spuren in ihrem Songwriting hinterlassen haben.

SAVAGE MANIA – Master Of Hell (Official Music Video)

Wie auch immer – wenn Ihr euer Wochenende am Liebsten zu den Klängen von „Pleasure To Kill“ oder „Zombie Attack“ startet und beim Müsli-Schnippeln regelmäßig den „Mad Butcher“ vor euch hinpfeift, dann ist „Demonic Assault“ womöglich genau das Album, auf das Ihr gewartet habt. Jetzt müssen SAVAGE MANIA nur noch unter Beweis stellen, dass sie auch live ein ähnlich amtliches Brett auffahren können, wie es Mille, Gerre, Schmier und Tom Angelripper 40 Jahre zuvor bereits getan haben.

„Demonic Assault“ Tracklist:
1. Intro
2. Undead Rebirth
3. The Face Of Death
4. Master Of Hell
5. Remorse
6. Storm Of Steel
7. Death And Decay
8. Fasttrack
9. Demonic Assault

SAVAGE MANIA Line-up:
Oliver Rytkönen – Rhythmus-Gitarre & Gesang
Jesper Jönsson – Lead Gitarre
Viktor Lundberg – Bass
Viktor Suominen – Schlagzeug

Marcus

Als Kind geprägt durch die umfangreiche Plattensammlung meines Vaters, in der von BAP bis Motörhead alles vertreten war, sowie eine dauerhafte Infektion mit dem Kiss-Virus (seit 1979 nicht mehr abgeklungen), entwickelte sich äußerst früh meine Begeisterung für Rock, Hardrock, Metal und Konzerte. Und abgesehen von Paul Stanley und Co. gilt in meinem Fall: Je kleiner, desto feiner! Diese unglaubliche Energie, die ein Clubgig entfachen kann, ist für mich mit nichts zu vergleichen. Insofern ist es gar nicht hoch genug zu bewerten, dass es auch nach Corona und trotz bedenklicher Preisentwicklungen kleine Veranstalter und Locations gibt, die mit Herzblut dafür kämpfen, auch unbekannteren Künstlern eine Bühne zu bieten – das ist keine Selbstverständlichkeit! Daher: Support your local clubs and bands!

Top 5 Studioalben

Nestor - Teenage Rebel (2024)
Dark Tranquillity - Haven (2000)
Helloween - Keeper Of The 7 Keys, Part I (1987) 
Savatage - Streets / A Rock Opera (1991) 
Fifth Angel - Fifth Angel (1986)

Top 5 Livealben

Kiss - Alive II (1977)
Blind Guardian - Tokyo Tales (1993)
Stratovarius - Visions Of Europe (1998)
Iron Maiden - Rock In Rio (2002)
Judas Priest - Unleashed In The East (1979)

Top 5 Konzerte

Kiss + Iron Maiden (Kassel 1980)
Helloween + Overkill (Fulda 1987)
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Savatage (München 1996) 
Tailgunner (Selb 2024)

Rückmeldungen und Fragen sehr gerne per Instagram @bendelmarcus oder per Mail an marcus@burnyourears.de

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