Emirsian - A Gentle Kind Of Disaster

Emirsian A Gentle Kind Of Disaster Cover

Stil (Spielzeit): Songwriter (34:00)
Label/Vertrieb (VÖ): Nois-O-Lution / Indigo (25.08.06)
Bewertung: 8/10

Es gibt Alben, die hört man nebenher und hat einfach Spaß dabei. Und es gibt Alben, die hört man zu allererst nebenher, findet keinen rechten Zugang und legt sie wieder beiseite. Und dann, in einer ruhigen Minute, gibt man ihnen vollkommene Aufmerksamkeit, und dann passiert etwas ... mit der Musik, mit einem selbst, mit der Sicht auf Dinge oder Personen. In diesem Fall mit der Sicht auf Aren Emirze, Sänger und Gitarrist der Band HARMFUL. 

„A Gentle Kind Of Disaster" ist sein Solo-Debüt, hat mit Noise-Rock a la HARMFUL überhaupt nichts gemein und gibt vielmehr ein Stück weit Einblick in sein Leben, denn das Album ist seinem verstorbenen Vater gewidmet. Zu den ruhigen, auch mal schrammeligen Klängen seiner Gitarre, hin und wieder ein wenig Klavier und sparsam eingesetzten Streichern, singt Aren über Zurückliegendes, Gedanken, Gefühle – oft melancholisch wie im Song „So Near". Und immer nachdenklich, wunderbar sanft und gefühlvoll beim phantastischen „On The Run", das ganz alleine mit einer umspielten Melodie auf der Akustikgitarre auskommt. 

Am Ende der Platte steht mit „Achtschig Sirunag" der eindrücklichste Titel, vor 20 Jahren vom Vater in der Küche mit einem Kassettenrekorder aufgenommen, auf Platte begleitet von Aron und seinem Bruder Saro. Und spätestens hier bekomme ich als Hörer das Gefühl, dass ich da etwas Besonderes in den Händen halte – nicht nur irgendein Songwriter-Album, sondern ein Stück Musik, hinter dem pure Emotion steht, und das mir schon fast das Gefühl vermittelt, ich würde irgendwie stören, wenn ich es höre. Ich besitze kein Album, das intimer klingt.