Geschrieben von Sonntag, 20 Juli 2008 18:07

M-Sixteen - Interview mit Schlagzeuger Jerome




 
M-SIXTEEN ist eine französische Band zwischen Punk und Hardcore, die mir mit ihrem gleichnamigen Album extrem positiv aufgefallen ist. Sehr schwungvoll, mit einer schönen Mischung aus Old- und Newschool und dabei ziemlich eigenständig. Definitiv eine Band, die auf BurnYourEars gefeatured werden sollte. Also habe ich ein paar Fragen nach Frankreich geschick,t und hier sind nun die Antworten.

Stell dich und deine Band doch bitte mal vor. Erzähle uns die ganze M-SIXTEEN Story.

Hi! Mein Name ist Jérôme und ich spiele Drums bei M-SIXTEEN. Wir sind zusammen im Herbst 2000 gestartet, haben eine erste EP im Januar 2002 veröffentlicht, jede Menge Gigs in Frankreich gespielt um dann wieder im Herbst 2003 ins Studio zu gehen um 5 Songs für eine Split mit THE MISSING 23rd aus Ventura, Kalifornien aufzunehmen. Zu diesem Zeitpunkt wurden wir etwas bekannter, und wir haben immer mehr außerhalb von Paris und Frankreich und auf größeren Bühnen gespielt – wir haben eine Menge Leute getroffen und eine gute Zeit gehabt. Im Sommer 2005 haben wir angefangen, unsere erste richtige LP aufzunehmen, was uns zwei harte Jahre gekostet hat, da wir andauernd etwas geändert haben, bessere Melodien gefunden haben, etc. Es war ein langer Prozess, der sich aber schlussendlich ausgezahlt hat, da wir alle sehr stolz auf diese Platte sind und das beste Feedback seit jeher bekommen haben! Seitdem spielen und spielen wir, wo wir nur können!
Woher kommen eure Einflüsse? Welche Bands sind für eure eigene Musik wichtig, und in wiefern hat sich das über die Jahre geändert?

Am Anfang beeinflussten uns solche Bands wie GOOD RIDDANCE oder SATANIC SURFERS. Über die Jahre sind wir immer aggressiver oder „mehr Hardcore“ geworden – nenn es wie du willst. Mittlerweile sind wir wohl eher von Bands wie AT THE DRIVE-IN / MARS VOLTA, FOO FIGHTERS und THE BRONX, etc. beeinflusst. Also viele sehr aggressive Bands, die immer noch große Melodien haben.
Ihr seid auf dem Label „Chorus Of One“, welches aus Italien stammt und außerdem noch die Deutschen TINY Y SON unter Vertrag hat. Wie seid ihr an den Deal gekommen, und ist es seltsam für, euch als französische Band bei einem italienischen Label zu sein?

Chorus Of One ist unser Label in Italien, und sie haben auch ein paar Exemplare in Deutschland rausgebracht. Unser Hauptlabel ist Fond Of Life Records (home of THIS IS A STANDOFF, ASTPAI ANTILLECTIAL), die haben unser Album bei uns und in England veröffentlicht. Wir sind wirklich glücklich, mit solch großartigen Labels zu arbeiten. Wir sind mit Chorus via MySpace in Kontakt getreten – sie haben uns einfach angeschrieben, und wir haben ja gesagt. Wir haben unser Label in Frankreich, und wir sind noch nicht groß genug, um mit einem Label für ganz Europa zu arbeiten, es ist also nicht seltsam für uns.
Hat der italienische Label-Deal irgendwelche Auswirkungen auf euch in Frankreich?
Wo bekommt ihr das meiste Feedback auf die Labelarbeit?
Die Jungs von Chorus arbeiten wirklich hart und halten uns immer über den Stand der Dinge in Italien auf dem Laufenden, aber ich denke, die meisten Reaktionen bekommen wir aus Frankreich, da wir dort ja auch herkommen. Wir haben eine Menge Interviews in großen und kleinen Magazinen und Fanzines gemacht, und wir haben viele Shows gespielt, sind aber noch nie bis nach Italien gekommen, obwohl das ja immer noch die beste Methode ist, sein Album zu promoten. It’s hard beeing known in a country where you don’t belong.
Habt ihr schon mit TINY Y SON gespielt? Fühlt ihr euch einer neuen Generation von Hardcorebands in Europa zugehörig?

Wir haben leider noch nie mit ihnen gespielt, aber ich habe sie mal in Paris gesehen, und sie waren fantastisch! Ich denke, wir gehören zu einer neuen europäischen Szene, aber nicht unbedingt einer Hardcoreszene. Paradox, da wir immer zusammen mit Hardcorebands gebucht werden und da auch viele Freunde haben. Wir sind da zwar auch irgendwie ein Teil von, but we fell like rockers playing agressive songs. Aber wir stehen nicht auf diese Hardcore Gimmicks – wir respektieren das zwar, aber wir würden uns selbst nie als Hardcore-Kids bezeichnen.
Um ehrlich zu sein kenne ich nicht viele französische Bands. Erzähl uns doch bitte etwas über die französische Szene und die wichtigen Bands.
Seht ihr euch in einer gewissen Tradition?
Ich schätze, wir können stolz auf unserer Bands sein, denn hier ist das anders und Rock N Roll war hier nie wirklich groß. Meistens haben wir erst sehr spät mit bestimmten Sounds angefangen, im Vergleich zu anderen Ländern. Wir haben viel zu wenige Auftrittsmöglichkeiten, Promoter und viel Publikum sind auch nicht immer da, aber wir bleiben am Ball und einige Leute arbeiten sich echt den Arsch ab! Die bekanntesten Bands sind vermutlich GUERILLA POUBELLE, UNCOMMONMENFROMMARS und die BURNING HEADS (welches wohl die älteste noch bestehende Band ist). Ich liebe Bands wie die TWISTED MINDS, STRIKE BACK oder unsere Kumpels von NINE ELEVEN (auch auf Chorus Of One). Du solltest mal folgende Internetseiten anschauen:
www.guerilla-asso.com / www.sts-netwotk.net / eternalisrecords.free.fr
In welchen Ländern geht ihr auf Tour? Und wie schwer ist es für euch, in Europa zu touren?

Es ist eine Menge Arbeit! Wir haben im letzten Jahr oft in Frankreich gespielt und ein paar Shows in Deutschland gehabt. Ich denke, es ist mittlerweile wesentlich einfach durch das ganze Internet-Ding, aber du musst halt viel Zeit dafür online verwenden – es ist schon fast so etwas wie ein zweiter Job geworden. Und ehrlich gesagt könnten wir das auch besser machen, aber wir sind nun mal ein Haufen fauler Säcke. Wir versuchen nach England, Italien und Deutschland möglichst schnell zu kommen, und im nächsten Jahr werden wir dann auch wieder in Osteuropa sein.
Welche Jobs macht ihr neben der Band?

Ich bin Erzieher, ich arbeite mit Kindern, Mike (Gitarre) ist Webmaster, Victor (Bass und Gesang) baut Bühnen für's Theater und Studio, und Renaud (Gitarre) macht Musik, nimmt andere Bands auf und studiert noch.
Seht ihr euch als politische Band? Ist das wichtig für euch?

Wir haben unsere Ideen, und in der Vergangenheit haben wir auch darüber in unseren Texten gesprochen, aber das war ein wenig unbeholfen und manchmal auch einfach schlecht. Wir sind nicht so gut darin, also fokussieren wir uns auf menschliches Verhalten, Gefühle undundund. Wir sind zwar nicht auf dem "get your politic out of my music"-Trip, aber M-SIXTEEN ist nicht der geeignete Platz dafür – zumindest für uns. Andere Bands sind darin wirklich gut und bedeuten uns dadurch auch sehr viel.
Wer hat dich in den Hardcore eingeführt, und was denkst du von Hardcore im Jahre 2008?

Wir kommen alle vom 90iger Punkrock, wir haben angefangen Hardcore zu hören durch Bands wie GOOD RIDDANCE oder SICK OF IT ALL. In meinen Augen auch durch STRIKE ANYWHERE und GOOD CLEAN FUN um 2000 herum. Aber wie gesagt, wir waren nie wirkliche Hardcore-Kids, bzw. nur kurz vor vielen Jahren, aber wir stehen ja immer noch in Kontakt mit der Szene heutzutage und haben da auch viele Freunde. NINE ELEVEN ist z.B. eine typische Hardcoreband, mit der wir immer wieder spielen. Die Szene scheint OK zu sein, denn wir spielen immer wieder mit großartigen Bands und wir haben viele interessante Menschen getroffen, es gibt Zines über Musik und die Gegenkultur. Aber Fakt ist einfach, dass wir uns nicht mit der Gewalt, dem männlichen Chauvinismus und Engstirnigkeit identifizieren können – und eine Menge Leute in der Szene verhalten sich so. Natürlich nicht alle und vielleicht noch nicht mal so viele Musiker, aber es ist trotzdem zu viel für uns. Es ist traurig, denn ich habe die Hardcore-Szene wirklich geliebt, aber man kann ja nicht nur auf die guten Seiten sehen. Um ehrlich zu sein, versuchen wir so viel wie möglich mit anderen Bands zu spielen, die aus anderen Kulturen kommen, denn das ist sowohl als Musiker als auch als Mensch interessant. Zum Glück sind wir aggressiv genug, um in der HXC-Szene zu spielen mit Bands wie STRIKE ANYWHERE oder SHAI HULUD, aber wir haben auch genug Melodie, um auf Festivals mit UNSANE, SKA-P oder NADA SURF vor einem großen Publikum zu spielen, das eventuell noch nie eine Hardcoreband gesehen hat – und genau das mögen wir!
Wo werden M-SIXTEEN in 5 Jahren sein?

In fünf Jahren werde ich 33 Jahre alt sein, und ich hoffe aus tiefstem Herzen, dass ich dann noch bei M-SIXTEEN bin. Ich schätze, wir werden ein neues Album veröffentlichen und bis dahin so viel wie möglich auf Tour sein, dort viele Leute treffen und Spaß haben!
Berühmte letzte Worte?

Danke für das Interview, wir können es wirklich kaum abwarten, wieder zurück in Deutschland zu sein – wir lieben das Land! Schaut doch mal auf unserer MySpace-Seite vorbei und hört euch unsere Freunde von FALSE FRIENDS aus Berlin an: www.myspace.com/falsefriendsuckz - We really love these guys!! Be nice with each other.


http://www.myspace.com/msixteen
http://www.m-sixteen.com/