Gut 75 Minuten lang peitschte das Trio seinen unverkennbaren Post-Punk-Sound durch den Saal. Die Verbindung zwischen Band und Publikum war dabei fast greifbar: Während Sänger Max Rieger scherzhaft behauptete, die meisten Zuschauer kämen wohl nur ein einziges Mal zu ihren Shows, bewies die textsichere Menge das Gegenteil – viele Gesichter im Publikum waren längst „Wiederholungstäter".
Die Intensität im Raum stieg von Song zu Song, bis der Schweiß fast spürbar von der Decke des SO36 tropfte. Das Publikum zeigte sich total begeistert von der rohen Energie, die Rieger, Julian Knoth und Kevin Kuhn auf die Bühne brachten.
Ein absolutes Highlight sparten sich die Stuttgarter für den Schluss auf: Nach dem offiziellen Zugabenblock gab es eine kuriose „Zu-Zugabe". Schlagzeuger Kevin Kuhn stimmte gemeinsam mit dem Publikum eine A-cappella-Version von „We are the Champions" an – ein herrlich absurder und verbindender Moment nach einem Abend voller Noise und Dissonanz.
Fazit: Ein Tourauftakt, der einfach nur Spaß machte, Lust auf die kommenden Termine weckt und beweist, dass DIE NERVEN aktuell eine der wichtigsten Live-Instanzen des Landes sind.
Die Setlist des Abends (Basierend auf der Original-Setlist vom Bühnenboden):
- Neue Wellen
- Alptraum
- Glas
- Ganz egal
- Auf dem falschen Fuß
- Alles in den Lörres (AIDL)
- Ich erklär dir nichts mehr
- Keine Bewegung
- Ein Tag
- Der erste Gott
- Skandinavisches Design
- Einmal mehr Schmerz
- Keine Angst
--- - Europa
- Niemals
- Frei
--- - We are the Champions (A cappella by Kevin Kuhn & Crowd)
