Besondere Umstände, gewohnte Intensität
Eine Besonderheit prägte den optischen Eindruck des Abends: Sänger und Gitarrist Sean McVay musste die Show verletzungsbedingt im Sitzen bestreiten. Wer jedoch befürchtete, dass dies der Energie des Auftritts einen Abbruch tun würde, sah sich schnell eines Besseren belehrt. Im Gegenteil: Die sitzende Position verlieh der Performance fast schon eine zusätzliche, meditative Note, während McVay seine komplexen Riffs und Hall-getränkten Vocals mit der gewohnten Präzision lieferte.
Das Trio bewies einmal mehr, dass es zu den technisch versiertesten Vertretern seines Genres gehört. Ohne viel Ablenkung fraßen sich die Songs Schicht um Schicht in die Gehörgänge des Publikums, das sich sichtlich bereitwillig auf diese Reise mitnehmen ließ.
Die Setlist: Ein Trip durch die Diskografie
Die Songauswahl des Abends präsentierte sich als eine wohlüberlegte Balance zwischen ausladenden, hypnotischen Passagen und druckvollen, treibenden Momenten. Nach dem regulären Set kehrte die Band für eine Zugabe zurück, die den Abend stimmig abrundete.
Fazit: KING BUFFALO haben in Hamburg gezeigt, dass wahre Intensität nicht von der physischen Bewegung auf der Bühne abhängt, sondern von der Wucht und Qualität der Kompositionen. Ein bärenstarker Auftritt in einer entspannten Markthallen-Atmosphäre.
Setlist:
- Silverfish
- Grifter
- Mammoth
- Eye
- LTBTM (Long Tailed Black Thing)
- Balrog
- River
- Cent (Centurion)
- Loam
- Cerberus
