Geschrieben von Samstag, 24 Oktober 2026 00:18

Textsicher bis in die letzte Reihe: DEINE COUSINE in der Columbiahalle

DEINE COUSINE in der Columbiahalle, Berlin DEINE COUSINE in der Columbiahalle, Berlin Fotos: Heiko Becker

Die Refrains hätte Ina Bredehorn aka DEINE COUSINE sich eigentlich sparen können, denn die Columbiahalle singt diese am 22.10.2026 auch ohne sie. Das gilt nicht nur für die Hits, sondern für nahezu jede Zeile des Abends. Der Oberrang ist zwar abgehängt, unten ist es dafür gut gefüllt. Wer hier steht, hat die Songs von DEINE COUSINE offenkundig nicht nur nebenbei im Radio gehört.

Die Stimmung ist von Beginn an ausgelassen. Die Band spielt mit sichtbarem Spaß, angetrieben von einer Frontfrau, die kaum stillsteht. Bredehorn sucht immer wieder den Kontakt zur ersten Reihe und lacht viel. Man nimmt ihr ab, dass sie genau hier sein will und nirgendwo sonst. Rockiger Pop mit Punk-Energie funktioniert live eben am besten, wenn er nicht nach Pflichttermin klingt.

Dass DEINE COUSINE dabei Haltung zeigt, überrascht niemanden. Die Ansagen sind klar, wie man es von ihr kennt, und die Halle steht geschlossen dahinter. Zwischen all der guten Laune gibt es auch einen Moment, in dem es still wird: „Raus an Dich“ gerät zum emotionalen Höhepunkt. Für einige Minuten hört man in der Halle nur die Band und viele Stimmen, die leiser mitsingen als zuvor.

Danach wird wieder gefeiert, bis zum Schluss. Die Tour heißt „Ich weiß wie dieser Abend endet“, und die Columbiahalle wusste es offenbar auch: laut, verschwitzt und bis zur letzten Zeile mitgesungen.

Heiko

Moin!
Ich bin Heiko Becker, Schleswig-Holsteiner von Geburt und seit vielen Jahren Wahlberliner. Musikalisch bin ich in den frühen 90ern groß geworden, mitten im Grunge und in dieser „angezerrten” Gitarrenmusik, die damals alles auf den Kopf gestellt hat. Nirvana, Guns N’ Roses, AC/DC, Pearl Jam, Foo Fighters, Machine Head, Pantera, Slayer, Metallica, Paradise Lost und Sick Of It All haben mich geprägt und lassen mich bis heute nicht los. Dazu kommen Rap, Hip-Hop und Songwriter, die mich genauso packen, solange die Musik handgemacht ist und etwas in mir auslöst.

Jahrelang habe ich mir als ganz normaler Besucher den Staub oder Schlamm von Roskilde, Wacken, Hurricane und Dynamo Open Air aus den Klamotten geschüttelt. Seit 2024 stehe ich dort endlich auf der anderen Seite des Grabens: als akkreditierter Fotograf, direkt vor der Bühne, mit der Kamera im Anschlag.Genau da fange ich Momente ein, die man nicht planen kann und die man nie wieder vergisst.

Für mich ist Musik vor allem eins: Gefühl. Ob mittendrin im Publikum oder hinter dem Sucher, am Ende zählt, dass sie unter die Haut geht und hängen bleibt.

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