Appearance Of Nothing - Wasted Time




Stil (Spielzeit): Melodischer, leicht progressiver Metal

Label/Vertrieb (VÖ): Escape Music / Point Music (18.07.08)

Bewertung: 8/10

Link: http://www.myspace.com/appearanceofnothing

Mit APPEARANCE OF NOTHING veröffentlicht schon wieder eine Schweizer Band ein Album, und langsam habe ich das Gefühl, die Eidgenossen wollen den Skandinaviern den Rang ablaufen. 
Die Band wurde in den Neunziger Jahren von Sänger und Gitarrist Pat Gerber sowie Drummer Yves Lüthi ins Leben gerufen, damals firmierten sie jedoch noch unter dem Namen NO THANX, und beschränkten sich aud das Spielen von Coversongs. Erst als sich mit Basser Omar Cuna und Keyboarder Marc Petralito das Line Up festigte, erkannten die Jungens, dass ihrer eigenen Kreativität keine Grenzen gesetzt waren, und so begannen sie mit dem Songwriting eigener Tracks, durch die sich dann auch ein eigener Stil entwickelte, der sich ganz grob mit einer Mischung aus SAGA, SYMPHONY X und VANDEN PLAS beschreiben lässt. 

Da zunächst kein Sänger in Aussicht war, übernahm Pat diesen Part, und wollte eigentlich nur vorübergehend dieses Amtes walten. Doch irgendwie wuchs er in die ganze Geschichte herein, und blieb daran hängen. Dass sich Omar Cuna nach und nach mit der zweiten Leadstimme beschäftigte, eröffnete der Band ganz neue Möglichkeiten in Sachen Songwriting. 
Am allerbesten wird dieses Konzept bei „Drifting Away“ deutlich, einem Song mit vielen Breaks und Tempiwechsel, bei dem sich die Zwei perfekt die Vocals teilen, wobei Pat eher den klaren und sauberen Part, und Omar die brutaleren Textzeilen singt. Der Song ist aber nicht nur deshalb, sondern auch wegen dem schönen Gitarrensolo von Peter Berger ein Hinhörer. 
Breaks und Tempiwechsel scheinen offensichtlich sowieso ein Trademark der Band zu sein, denn auch beim Titeltrack „Wasted Time“ und bei „Lies Of A Memory“ gehen sie damit im positiven Sinne verschwenderisch um. 

Herzstück der CD ist jedoch das in drei Abschnitte unterteilte „The Science Of Light“ dass es insgesamt auf eine Spielzeit von 14 Minuten und 35 Sekunden bringt. Der erste Teil hört auf den Titel „Into The Light“ und ist ein sehr melodischen Instrumental, bei dem die Keyboards den Ton angeben, bevor es nahtlos in „Out Of The Darkness“ übergeht, das sehr schleppend und von Grundton her sehr traurig rüberkommt, beim technisch sehr anspruchsvollen Soloteil aber richtig Fahrt aufnimmt. 
Hier haben mich APPEARANCE OF NOTHING sehr an DREAM THEATER erinnert, da der Song an sich technisch sehr anspruchsvoll, teilweise richtig verfrickelt ist. „Reprise“ schließt diese Trilogie wieder als Instrumental ab, bei dem aber dieses mal Gitarrist Peter Berger im Mittelpunkt steht. 
Den Abschluss dieser sehr gelungenen Scheibe macht passenderweise „The Last Song“, eine vom Piano begleitete Ballade, die Pat Gerber von einer sehr gefühlvollen Seite präsentiert, die er verdammt glaubhaft und ausdrucksstark darbietet. 

Der grandiose Sound des Albums, den ich an dieser Stelle auch noch einmal besonders erwähnen möchte, trägt die Handschrift von Markus Teske, der ja bereits durch seine Arbeiten mit VANDEN PLAS und SYMPHONY X mehr als Duftmarken hinterlassen konnte. Die Ähnlichkeiten zu eben diesen Bands im Sound von APPEARNCE OF NOTHING kommen daher nicht wirklich überraschend. 

Fazit: Ein etwas anderes Album aus der Schweiz, die in den letzten Wochen eher mit traditionellem Hard Rock von sich Reden machte. APPEARANCE OF NOTHING schaffen es tatsächlich, einen eigenen Stil zu entwickeln, der sich zwar immer mal an Sounds bereits bekannter Bands anlehnt, im Großen und Ganzen aber sehr eigenständig wirkt. Alleine dafür haben die Jungens meinen vollen Respekt und meine Anerkennung. 
Nicht nur Fans von den im Text erwähnten Bands sollten sich diese Scheibe gönnen.

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