Ajattara - Kalmanto




Stil (Spielzeit): Dark/Black Metal (36:48)
Label/Vertrieb (VÖ): Spinefarm Records/Spikefarm (23.09.07)
Bewertung: 5,5/10
Link: http://www.ajattara.fi

„Kalmanto“ heißt Sterbefall.
AJATTARA, die schon seit einigen Jährchen die Szene des Düster-Metals unsicher machen, haben einen Split hinter sich. Nachdem sich vergangenes Jahr die Truppe um Pasi „Ruoja“ Koskinen vollständig in alle Winde verstreute, hat der Chef von AJATTARA mittlerweile wieder einige Musiker um sich geschart und wirft uns mit „Kalmanto“ die fünfte Scheibe auf den Teller.

Kinderstimmen, grooviger Rock, merkwürdig elektronische Geräusche sind der Anfang vom „Sterbefall“. Das raue Shouten von Rouja lässt einem eine Gänsehaut über den Rücken kriechen. Doch im melodischen Refrain wird der Gesangspart um tiefe cleane Background-Vocals erweitert. Als Intro in den zweiten Track „turhuuden takila“ gibt es die kehligen Geräusche eines kleinen Männergesangvereins zu hören. Dieses Stück würde ich als Anspieltipp nennen, in dem der finnische Gesang sehr gut zur Geltung kommt. Selbst wenn man der Sprache nicht mächtig ist, bringt der aggressive Rhythmus eine Atmosphäre rüber, die vielleicht in anderen Sprachen schwieriger wäre.
Des weiteren scheint es mir, dass auch Melodie-Linien von finnischer Folklore zu finden sind, wie es bei FINNTROLL und Konsorten der Fall ist. Allerdings in einem anderen Kontext, so dass die düsteren Gitarren den Flair von Dunkelheit noch unterstützen. Manch ein elektronisches Hintergrundsspiel lässt auch eine Horrorfilm-Szene wach werden. Durch kaum merkliche Tempo-Wechsel zwischen den einzelnen Songs, wirkt die Platte irgendwie mit der Zeit etwas eintönig. Dagegen hilft es dann auch nicht, immer wieder kleine Neuigkeiten aus den Synthies einzuschieben, denn die Struktur ähnelt sich dann doch öfter. In Teil sieben – „naimalaulu“ – drehe ich kurz die Lautstärke etwas zurück, dass meine Nachbarn nicht das laute weibliche Stöhnen meinen Filmvorlieben zuordnen. In diesem Fall wären Sprachkenntnisse dann doch von Vorteil.
Am Ende des Sterbefalls von AJATTARA wird es sehr doomig. Komischerweise könnte der Schluss-und-Titel-Track auch fast ein anderes Stück in viel langsamerem Tempo sein. Die Geschwindigkeit wendet sich wortwörtlich dem Sterben zu, die Musik insgesamt wird weniger und dünner bis zum einsamen Gesang. Und doch bleibt ein leicht unbefriedigter Beigeschmack.

Auf „Kalmanto“ finden sich einige gute Tracks, die auch ein paar Klang-Experimente beinhalten. Ansonsten bringen AJATARRA zwar ordentlich düsteren Dark-Black-Metal auf den Teller, aber es fehlt dann doch an Innovation. Der Groove erscheint zu Beginn gut, fällt dann aber auf die Dauer ab. Deshalb ist „Kalmanto“ nur ein dunkles Album mehr, das aber nicht hell aus der Menge heraus sticht.