Arctic Monkeys - Whatever People Say I Am, That`s What I`m Not


Review

Stil (Spielzeit): BritPop/Punk und teilweise ziemlich tanzbar (41:04)
Label/Vertrieb (VÖ): Domino Records/Rough Trade (20.01.06)
Bewertung: 8/10
Link: http://www.arcticmonkeys.com/
Das ist jetzt aber wirklich mal ne Überraschung.
Den Namen ARCTIC MONKEYS habe ich schon einige Male vorher gelesen und alles hat ganz laut „Hype!!!!!!!“ geschrien. Naja, gehypt werden sie wohl auch, aber irgendwie geht das schon in Ordnung. Diese Jungspunde aus England (wenn ich das richtig sehe knapp unter 20) haben bevor sie irgendeine Form von Plattenvertrag hatten, einfach ihre komplette Musik in`s Netz gestellt und somit unter die Leute gebracht. Und das wo doch die ganzen Plattenfirmen stöhnen… Und siehe da: den Leute gefiel die Mixtur aus Britpop, Punk und Tanzbarkeit so gut, dass die Konzerte dieser jungen Band ziemlich schnell ziemlich voll wurden. Richtig voll! Und mit dem Gedanken „Gute Musik findet auch ihre Käufer“ hat Domino-Records die Platte rausgebracht, die eigentlich ja schon jeder auf dem Rechner hatte. Und es scheint sich zu rechnen. Das ist funktionierende Demokratie!!!
Musikalisch gesehen, bricht hier keine Revolution über uns herein, aber meine Güte, für das Alter schreiben die wirklich sehr gute Songs. Und auch diese gewisse Unverfrorenheit steht ihnen gut. Wenn sich z.B. beim Opener „The View From The Afternoon““ die Gitarren Akkord-weise abwechseln, oder bei „Dancing Shoes“ die Zeile „You sexy little swine“ fällt, muss ich doch das ein oder andere mal schmunzeln. Für eine Überraschung ist die Band immer dann gut, wen man es nicht erwartet. Ein bisschen klingt das schon nach englischer Musik der letzen Jahre, so fielen mir als erstes Bands wie FRANZ FERDINAD und BLOC PARTY ein. Allerdings haben die arktischen Affen da ihren sehr eigenen Stil gefunden. Ich mag sogar den englischen Dialekt! Schön ist da z.B. dass die Drums zwischendurch mit einem leichten Stakkato für den nötigen Druck sorgen (siehe „I Bet You Look Good On The Dancefloor“, oder „Still Take You Home“). Auf der anderen Seite darf es aber auch mal ganz ruhig und fast schon angejazzt zur Sache gehen wie bei „Riot Van“, das ich mir musikalisch als gute „Sonntag-Morgen-Kater-Vertonung“ vorstellen könnte. Zu den Texten kann ich nicht viel sagen – die lagen meiner Kopie nicht bei; zumindest die Titel sind teilweise recht witzig.
Wer auf clevere, englische Popmusik mit Pfeffer im Pöter steht, sollte hier unbedingt mal reinhören – wenn man die Songs, samt Einverständnis der Band nicht eh schon auf dem Rechner hat. Trotz Hype ein schönes Teil!