Taake – Stridens Hus

Taake – Stridens Hus
    Black Metal

    Label: Dark Essence Rec./Soulfood
    VÖ: 12.12.14
    Bewertung:6/10

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Vor drei Jahren servierte uns Hoest aus dem hohen Norden ein kaltes Album mit hochkarätigen Gastmusikern und einem überraschend coolen Banjo-Teil. Dieses Mal halfen einige der Live-Musiker der Ein-Mann-Band aus, welche sonst völlig alleine musiziert.
Nun hat der Norweger aus Bergen sein sechstes Album in die Welt hinaus geschickt. Auf dass es uns allen ein bisschen kälter werde.

Obwohl es nur eine einsame Stakkato-Gitarre ist, erkennt man den Sound von TAAKE gleich von Beginn an. Unfreundliche Riffs und Hoests Kreischen stehen klar für den schwarzen Metal des Norwegers. Break. Plötzlich schwingen klare Saitenklänge durch den Raum und der Gesamtsound ändert sich. Doch dann schwankt nur der Rhythmus und das Geschrammel geht bald weiter. Am Ende des Openers wirkt es punkig – so wie es später nochmals werden wird.
In Walter Moers' „Stadt der Träumenden Bücher" ist das „Orm" eine zu erlangende Kraft, um richtig gute Lyrik zu schreiben. Auf Norwegisch heißt das einfach „Würmer". Da hier dunkel gerockt wird und klare Vocals die Stimmung verdüstern, geht es wohl eher um die kleinen Erd-Bewohner, die sich zu ekstatischen Soli oder dem Männergesang im Kreise schlängeln.

Eben angesprochenes wird fortgeführt, indem ausführliche Instrumental-Abschnitte ihre dunkelgrauen Schwingen ausbreiten. Hilfreich sind hier Fingerfertigkeiten, die sich auf dem Gitarrenhals bei cleveren Riffs sowie bei Taktverschiebungen mit den Holzstöckchen zeigen lassen. Dabei verläuft der Spannungsbogen im Achtminüter „Det Fins En Prins" jedoch leider im Sand.
Immer wieder taucht ein Gitarrensound auf, der in einen Western oder einen Tarantino-Film passen könnte, doch um effektvoll zu sein, dürfte er nicht nur als Beiwerk eingebaut werden.

Fast schon Südstaaten-Groove wie bei GLORIOR BELLI findet man gelungen in „En Sang Til Om Ildebrann", das komplett ohne Gesang auskommt. Ganz so überzeugend wie bei den Franzosen, kommt das nicht immer rüber, verleiht dem Ganzen aber wieder eine kleine besondere Note.
Auch wenn es bei TAAKE gutes Schwarzmetall mit minimalen Experimenten gibt, so bleiben dieses Mal nicht so viele Harmonien hängen und ab und zu verlieren sich die Töne im Wald der versteckten Bösartigkeit. Da hilft auch nicht mehr der flotte, dreckig punkige Abschluss-Hassbatzen. Aber wirklich schlecht ist „Stridens Hus" deshalb noch lange nicht. Nur halt nicht spitze.