Azavatar – Azavatar

Azavatar – Azavatar
    Black Metal

    Label: Art Of Propaganda
    VÖ: 29.06.15
    Bewertung:7/10

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Der Gitarrist der Münchner Melo-Deather SAECULUM OBSCURUM nennt sich „Azavatar“. Da liegt es nahe, sein neues Projekt so zu nennen. Und damit man nicht durcheinander kommt, heißt das Debütalbum auch so. Aber musikalisch ist es anders. Deutlich dunkler.

Rituell düstere Schläge auf die Toms, sägende Riffs zerren an den Nerven, die schwarze Wand baut sich zügig auf. Stakkato und Krähenkrächzen, Blastbeats und fiese Töne – alle wichtigen Merkmale, die bei diesem Musikstil zu erwarten sind, sind schnell erkennbar. Episch-dramatischer Gesang im Opener erzeugt Gänsehaut, zwischen Disharmonie und Wohlklang ist ein gutes Verhältnis, bis man im rauschenden Lärm verschwindet.

„Kaos“ eröffnet sanft und bricht plötzlich eruptiv in brachiale Raserei aus, die so wütend wie bei 1349 klingt. Bei aller Gewalt bleibt jedoch auch hier Zeit für Melodiebögen, die dem harschen Sound ein wenig die Kanten nehmen. Neben der Boshaftigkeit bleiben somit Strukturen vorhanden, an denen man sich in den überlangen Songs orientieren kann.

In „Kvrse“ geht man zunächst gemächlich vor. Schwer walzende Passagen nehmen einem die Luft, der Gesang wird zeitweise weggelassen, um dann umso gewaltiger wieder hervorzubrechen. Ungemütliche Klangexperimente mit minimalistischem Volumen erzeugen zwar eine dunkle Atmosphäre, es geht jedoch in den Songs jenseits der zehn Minuten-Marke etwas die Spannung verloren. Treibendes Höllengeballer bringt einen dann aber bald wieder auf die Spur.

In dem Studio, in welchem auch ASCENSION ihr letztes Meisterwerk gemixt haben, machten es sich AZAVATAR gemütlich. Herausgekommen ist ein harter Brocken, der einige Details zum Lauschen bereithält, auf die man sich jedoch einlassen muss. Die Münchner zeigen, dass neben SONIC REIGN und gerade genannten Düsterheimern im deutschen Black Metal starkes Material zu finden ist.

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