Ram-Zet - Intra


Review

Stil (Spielzeit): Avantgarde Black Metal (53:33)
Label/Vertrieb (VÖ): Tabu Recordings/Soulfood (11.07.05)
Bewertung: Düstere Melancholie. Intelligent gemacht [9/10]
Link: http://www.ram-zet.com

Black Metal goes Psycho-Jazz mit ganz vielen Streichern mitsamt Frauengesang, garniert mit drückenden Death-Riffs und Plinkel-Plankel Keyboards. Die Zutaten für Ram-Zet lassen wirklich Einiges an musikalischen Geschmackserlebnissen erwarten.

Und mmmh, es schmeckt echt lecker, das bislang dritte Album namens "Intra". Multiinstrumentalist und Bandgründer Zet versteht es wirklich, mit Streichern und Akustikguitarre bedrohliche Soundkulissen zu erstellen, die er dann selbst wieder durch feiste Metalriffs einreißt. Und die krächzenden Vocals, stark erinnernd an alte Ancient-Scheiben, spucken nochmal angewiedert drauf. Die Musik ist am besten zu beschreiben als Avantgarde-Black Metal, in Norwegen diese Tage ja ungeheuer populär. Die ebenso populären Stampf-Parts mit trance-artigen Loveparade-Melodien kommen jedoch nicht vor, sehr gut. Meistens geht es sehr intelligent arrangiert und einfach nur unheimlich düster zu. 

Ab und an wird der geneigte Hörer von absolut abwegigen Parts wie plötzlichen Basssoli überrascht - und das ist hier absolut positiv zu verstehen! Man schwirrt so zwischen den verschiedenen Soundwelten umher, findet sich mal in einer loungeartigen Atmosphäre, mal im klassischen Metal- und mal im Popkonzert wieder. Insgesamt ist der Frauengesang allerdings schon sehr dominant, so daß hier zwangsläufig auch Referenzen wie Within Temtation oder Evanescence genannt werden müssen. Zumindest streckenweise geht es in diese Richtung, meistens lehnen sich die female-vocals jedoch stärker an die TripHop Götter Portishead an. Auch das Portishead-typische Schallplattenknacken fehlt auf "Intra" nicht.

Anspieltipp ist der neunminütige Schlußsong "Closing A Memory". Super intensives Teil, aufgrund der undurchdringlichen Melancholie nichts für Suizidgefährdete. Bei den dargebotenen Qualitäten wundert es nicht, daß die Norweger schon als Supporter von einigen Hochkarätern wie Theatre Of Tragedy oder Borknagar gebucht wurden. Unbedingt reinhören!

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