Maledicta - Eruption From Insides




Stil (Spielzeit): Experimental Hardcore Black Metal (48:51)
Label/Vertrieb (VÖ): Eigenproduktion (2006)
Bewertung: 7/10
Link: http://www.maledicta.net

MALEDICTA verkörpern das Italien der etwas anderen Art.
In den letzten sechs Jahren entstehen zwei Demos und seit vorigem Jahr existiert das Debut-Album „Eruption From Insides“. Dieses wird per engagierter Eigeninitiative in einem Studio aufgenommen und ein nettes Booklet dazu gefertigt. Mal sehen, was uns das Stiefel-Land außer RHAPSODY und LACUNA COIL noch so zu bieten hat.

Durch die Umschreibung der musikalischen Stilrichtung bin ich auf alles gefasst; es kann losgehen!
Und so kommt es auch!
Mit einem elektronischen Intro beginnend würde ich den Eingangstrack teilweise durchaus in die Schublade des Black Metal stecken. Dabei geht es allerdings recht progressiv zu und einige Interludes passen zu dem Prädikat „experimentell“. Nach einem kleinen Klavierzwischenspiel kommt in „Destruction“ wieder die Härte zum Tragen. Es gibt viel zu hören. Interessante Breaks, ein schönes Gesangsduett mit weiblicher Stimmbeteiligung und sehr melodiöse Gitarren- oder Klavierlinien.

Kurz muss ich an BORKNAGAR denken, aber MALEDICTA vereinen dann doch viel mehr in ihrem Stil. Von Industrial-Klängen über Hardcore-Passagen zu Black Metal-Klängen oder elektronischen Zwischenparts ist alles zu finden. Auch stimmlich kriegt man dunkle Growls, männlich markanten cleanen Gesang oder weibliche Vocals geboten, welche sehr schön „unverbraucht“ und klar sind. Komischerweise ist selbst diese Vielfalt nicht sehr störend.
Zugegeben, diese Mucke lässt sich vielleicht nicht nebenher hören, während man ein spannendes Buch liest. Aber falls man sich darauf einlassen kann, entdeckt man in dieser Mischung immer wieder neues.

Gegen Ende im Titeltrack und in „Epoca Maledicta“ gibt’s mit der schwarzen Faust noch mal eins in die Fresse, wobei auch das nie ohne komplexe Spielereien abgeht, was die Spannung wieder etwas nimmt. Ach ja, und ein Hidden-Track lässt sich auch noch finden, wenn man ein bisschen wartet.

Man kann also zunächst einmal festhalten, dass MALEDICTA experimentell progressive Musik machen. Dabei ist es eine, wie ich finde, gute Mischung zwischen deftigem schwarz-metallischem Material und melodiösen oder elektronischen Elementen. Es ist schwierig, für „Eruption From Insides“ Vergleiche zu finden. Aber wer sich für eine Mixtur interessiert, aus fast allem was möglich ist in der Hartwurstszene, darf hier ruhig mal eine Lauschaktion starten.