Limbonic Art - Legacy Of Evil




Stil (Spielzeit): Symphonic Black Metal (59:05)
Label/Vertrieb (VÖ): Nocturnal Art Productions / Candlelight Rec. (24.09.07)
Bewertung: 7,5/10
Link: http://www.myspace.com/limbonicart

LIMBONIC ART sind zurück!
Das letzte Album der beiden norwegischen Prügelknaben liegt nun schon fünf Jahre zurück. Währenddessen widmeten sich Morfeus und Daemon anderen musikalischen Projekten wie DIMENSION F3H oder SARCOMA INC. Doch auch in den großen skandinavischen Wäldern trifft man sich immer ein zweites Mal und so beschließen die zwei, ein neues LIMBONIC ART-Album zu kreieren. Voilà, hier kommt „Legacy Of Evil“!

Wow, einen aggressiveren Start einer Platte habe ich noch nie erlebt! Hohe Gitarren, böses Kreischen und alles in einem Höllentempo, so geht die Reise los. Der Drumcomputer zeigt sein Können in heftigen Blastbeats, welche die schwarzen Melodien „untermalen“. Nach gut drei Minuten, also knapp der Hälfte des ersten Tracks, bekommt man die erste Verschnaufpause. Tragisch langsam und sanft ziehen Streicher ihre Kreise, wo die Dunkelheit in ihrer Tiefe nur die Bedeutung der Stille hat. Fast klassischer Gesang unterstützt die Theatralik neben derbstem Hochgeschwindigkeits-Geprügel. Aber trotz symphonischer Untermalungen bleibt genügend Härte für mehrere Hörer übrig. So klingt also „A Cosmic Funeral Of Memories“.

In den ersten beiden Stücken wird einem das Hirn durchgepustet, so dass sich ein schwarzes Loch in meinem Kopf öffnet und die Negativität sich vollkommen entfaltet. Während man zunächst den düsteren Gitarren-Klängen in Reinform lauscht, werden in „Grace by Torments“ ruhigere Töne angeschlagen. Die Finsternis legt ihre Hand mit langen Fingernägeln um den Hals, kreischende Symphonien würgen einen und die Spirale der Qual dreht sich weiter und weiter.
Der Titeltrack rockt am Anfang ganz schön ab, bis dann in bewährter Manier der Knüppel aus dem Sack gelassen wird, auch wenn es zuvor nicht gerade langsam war. Vielleicht nehmen die zwei das gleich Speed wie MARDUK, da ihnen selten die Puste ausgeht. Orchestrale Malereien geben auch netten Gitarren-Einsätzen oder Klavierstückchen Platz. Wie bei anderen Bands die Keyboard-Teppiche ausgerollt werden, knüpfen LIMBONIC ART einen riesigen Bettvorleger aus Blast und düster geschredderten Gitarrenlinien. Gelegentliche Chöre, wie zum Beispiel in „Lycanthropic Tales“, bringen ein weiteres Merkmal des vermeintlichen Bombastes, der aber nie zu viel wird.

Sobald man durch die „Seven Doors Of Death“ geht, weiß man, dass es kein Zurück gibt. Gnadenlos wird das Ende des Lebens in aller Brutalität präsentiert, auch wenn sich Ausflüge mit Klavier oder orgel-ähnlichen Arrangements dazwischen mischen. Zum Eingang in das folgende „Twilight Omen“ scheint überraschenderweise jemand eine teuflische Drehorgel im Dreivierteltakt zu bedienen. Zum guten Abschluss gibt’s dann noch mal voll eins auf die Zwölf! Diesmal verfeinert mit tieferen Growls und schöner Saitenhexerei, geben Daemon und Morfeus noch ein richtig Vollgas. Manche Stelle erweckt allerdings immer wieder den Schein einer Wiederholung. Dies gibt jetzt keinen Punkt für „Wiedererkennungswert“, sondern ist eher negativeres „Hatten wir das nicht schon einmal?“.

Mit „Legacy Of Evil“ legen LIMBONIC ART eine harte Scheibe Schwarzwurst auf den Plattenteller. Man könnte sagen, sie machen Black Metal wie MARDUK oder DARK FUNERAL, man kann es aber auch lassen. Ob du eher matt-schwarz, hell-schwarz oder glänzend-schwarz magst, hier bist du richtig. Dunkel, aggressiv und meistens – vielleicht einen Tick zu oft – sehr schnell!