For Ruin - December




Stil (Spielzeit): Melodic Black/Death Metal (42:55)
Label/Vertrieb (VÖ): Sentinel Records (15.09.07)
Bewertung: 6/10
Link: http://www.forruin.com

Wer bei Irland an Folk-Musik denkt, liegt nicht immer richtig.
FOR RUIN kommen zwar von der nordischen Insel, befassen sich aber mit einer eher härteren Musikart. John Murphy, bei dem alle Fäden zusammenlaufen, ist schon seit Ende der 90er Jahre fleißig mit Demos beschäftigt, bis schließlich dem mittlerweile vierköpfigen Line-Up ein Album entspringt. „December“ heißt die neue Platte, die auch als erste von der ganzen Band in die Wursthülle gestopft wird, denn bisher hat Murphy alles alleine gemacht.

Es gibt einige Truppen der Hartwurstszene, die sich auf ihre neuen Fahnen schreiben, mit rauem Sound mehr Brutalität oder Originalität einer Live-Show rüberbringen zu wollen. Dazu gehören auch FOR RUIN. Diese Art der Verarbeitung zeigt auch gleich zu Beginn, wie stark die ständigen zweistimmigen Gitarren hervorstechen können. Doch wo wir schon mal beim Sound sind, muss noch etwas gesagt werden.
Schon in „Wake“, dem zweiten Track, fällt es mir schwer, Gefallen an dem Kochtopf zu finden, auf den der Drummer recht häufig einprügelt. Vielleicht gefällt dem Fellbearbeiter die Innovativität eines Lars Ulrich, aber ich empfinde es doch eher als störend.

John Murphy gibt sich vor dem Mikro alle Mühe und klingt mit seinen Growls ziemlich düster und hart, was sich ganz gut in die schwarzmetallischen Anleihen integriert. Gerade in der Bearbeitung der sechssaitigen Streitäxte klingen oftmals Einflüsse wie ROTTING CHRIST oder auch DEATH durch. Durchgehende Up-Tempo-Nummern sind nicht zu finden. Auch wenn in „Eyesore“ ordentlich der Gashahn aufgedreht wird, groovt es gegen Ende wieder zweistimmig durch die Box. Wie im vorletzten „Another Breed“ gibt es mehrmals Passagen, in denen die dualen Gitarren fast ohne Zutaten der anderen Bandmitglieder vor sich hin jaulen. In dieser Kategorie finde ich es etwas übertrieben, scheinbar durchgehend im Duett die Sechssaiter spielen zu lassen. Was Gänsehaut erzeugen kann, wirkt auf Dauer eher aufdringlich. In „Frailty“, dem Schlusstrack wird nochmals mit angezogener Handbremse das Ende der Welt eingeläutet, jedoch in einem Klanggewand, wie man es schon aus den vorhergehenden neun Stücken kennt.

FOR RUIN haben einige gute Ideen von Black und Death Metal vereint und diese auf ein silbernes Scheibchen gepresst. Richtige Kracher sind leider nicht dabei, auch wenn die vier Iren durchaus Variabilität in Tempo und Heavyness beweisen. Ein Schwachpunkt ist allerdings der Sound, vor allem die Snare, was ich schon eingangs ansprach. Durch die permanenten zweiläufigen Gitarren wirkt das Ganze etwas gleichförmig, auch wenn FOR RUIN Genregrößen wie KATATONIA und AMOPRHIS zu ihren Einflüssen zählen. Rau, düster und manchmal fast ein bisschen nervend klingt also der „December“.