Midwinter - The Glassy Waters




Stil (Spielzeit): Symphonic Gothic Metal (50:05)
Label/Vertrieb (VÖ): Thundering Records/Manitou Music (03.08.07)
Bewertung: 5/10
Link: http://midwinter.offsite.free.fr

Ob es MIDWINTER nun schon seit sieben Jahren gibt oder nicht, darüber ließe sich streiten. Sagen wir mal so: Die Idee war da. Aber außer eines zufälligen Auftritts im französischen Fernsehen, einer hohen Geschwindigkeit des Besetzungskarussells vor und nach Veröffentlichung des noch sehr unbekannten ersten Albums „Fountain of Youth“, gibt es noch nichts nennenswertes zu berichten. Nun wird uns also der zweite Silberling namens „The Glassy Waters“ präsentiert.

Mal sehen, ob es Industrial wird. Nach dem Eingangstrack zu schließen, könnte das der Fall sein. Aber nein, dabei bleibt es nicht. Das zweite Stück heißt „Seed of Pain“, und es trägt diesen Namen nicht zu Unrecht. Allerdings leider aus negativen Gründen. Eine Mischung aus synthetischem Power Metal, einem Hauch von Gothic und orchestrale Soundgewänder sollen das Haus rocken. Aber der Schmerz resultiert zunächst hauptsächlich aus der Gesangesleistung. Auch wenn weibliche Vocals in Metalbands eine neue Stimmung mitbringen sollen, so tönt hier die kraftlose, oft unsaubere Stimme der aktuellen Sängerin aus den Boxen. Dazu gesellen sich ab und zu die teilweise kaum hörbaren männlichen cleanen Vocals. Allein den Growls kann man vielleicht etwas abgewinnen.
Auch die Länge eines Songtitels („One Day You’ll Set in the Land Where You Belong“) kann nicht über die fehlende Wirkung hinwegtäuschen. Ein kleiner Überraschungseffekt ist höchstens der Schluss dieses Songs, der so abrupt aufhört, als ob plötzlich jemand den Stecker der Anlage herauszieht.
Bei „The Silence of Your Eyes“ hoffe ich nach einem flotten rockigen Beginn an eine Wendung, die aber durch die flatternden Stimmbanddehnungen der Vocalisten zunichte gemacht wird. Es wird noch der wenig innovative Versuch gestartet, den Klassiker „Sweet Child O’Mine“ (GUNS N’ ROSES) zu covern, was aber auch nicht viele Neuigkeiten ans Tageslicht bringt.

Als Fazit kann ich MIDWINTER leider keinen Fahrschein auf der Rolltreppe nach oben ausstellen. Man könnte eventuell den Vergleich ziehen, dass MIDWINTER in Richtung NIGHTWISH zu klingen versuchen, ohne deren Klasse zu erreichen. Die gotische Düsterheit bleibt mir irgendwie verborgen und vom Hocker bläst mich auch nicht der metallische Anteil. Insgesamt ein buntes Potpourri von Ansätzen verschiedener Stilrichtungen, die aber nur halbgare Kost bieten.