Thundra - Worshipped By Chaos




Stil (Spielzeit): Epic Melodic Black Metal (57:57)
Label/Vertrieb (VÖ): Black Lotus Records 

Bewertung: Harmonischer Dreiklang (7/10)
Link: www.thundra.tk

Wenn sich gestandene Recken zusammentun, die sich schon für ENSLAVED und EINHERJER durch die skandinavische Metalwelt prügelten, wer glaubt da ernsthaft, dass dabei eine miese Platte herauskommen kann? Ich jedenfalls nicht, und deshalb war ich auch mehr als gespannt auf den zweiten Silberling der norwegischen THUNDRA, zählen doch vor allem EINHERJER zu meinen erklärten All-Time-Faves.

Also auf die Anlage und „Worshipped by Chaos" eingeworfen. Met war leider keiner mehr im Haus, aber so ist wenigstens dieses Review nicht in alkoholisiertem Zustand entstanden.

Und, meine lieben Mit-Wikinger, Hobby-Berserker und sonstige Trolle – man bekommt, was man ersehnt. Die Jungs wissen immer noch genau, wo Thor den Hammer kreisen lässt. Zwar ist der Viking-Anteil nicht so dominant, wie er es seinerzeit bei EINHERJER der Fall war, aber THUNDRA tischen eine gekonnt zusammengemischte Suppe aus epischen Elementen – diese mit cleanem Gesang unterlegt, der mir persönlich sehr gut gefällt - melodischen Gitarrenriffs und blitzschnellen Knüppelparts auf. Sehr geil auch, dass sie nicht nur zwei, sondern gleich drei Gesangsstile vereinen. Neben schon erwähntem Cleangesang kommen auch Screams und Growlparts nicht zu kurz – oft treten sie in Wechselgesang miteinander und ergänzen sich wirklich hervorragend.

„Worshipped by Chaos" ist eine Chimäre, die sich nicht wirklich in eine kleine Schublade pressen lässt. Vielmehr verweben die Norweger außerst geschickt das beste aus mehreren Ecken zu einem eingängigen, auf seine Art recht ungewöhnlichen Stil. Epic Melodic Black Metal nennen sie das im beigelegten Infoblättchen vollmundig und das kann man durchaus so stehen lassen.

Denn „kurz und knackig" ist nicht wirklich ihr Ding – die Songs haben zum Großteil sechs Minuten Laufzeit und mehr. Genug Zeit also, um entweder zu fesseln oder zu langweilen. Und THUNDRA fesseln. Vor allem in den etwas ruhigeren epischen Passagen beginnt man automatisch mitzuwippen und, wenn die Scheibe ein paar Mal im Player rotiert ist und man den Text kennt – auch mitzusingen. Erstklassiges Metal-Grillfest-Material sozusagen, auch wenn es dafür noch ein wenig früh ist. Aber auch die "Voll auf die Zwölf"-Parts sind Metal allererster Kajüte.  

Fazit: Eigentlich sollte jeder Black-Metaller dieser Scheibe mal eine Chance geben. Auch wer mit Streitaxt und Hörnerhelm sonst nicht viel anfangen kann, mag an dem geschickten Crossoverstil durchaus Gefallen finden.

Anspieltips: Hatred Declared, The Existing Darkness

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