Eremit - Bearer Of Many Names Tipp

Eremit - Bearer Of Many Names
    Doom Sludge

    Label: Transcending Obscurity
    VÖ: 11.06.2021
    Bewertung:9/10

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Ein Eremit ist jemand, der mehr oder weniger abgeschieden von den Menschen lebt, und so ähnlich muss es sich auch für das aus Osnabrück stammende Trio EREMIT anfühlen. Die Jungs haben dieses Jahr ihr bereits drittes Werk „Bearer Of Many Names“ veröffentlicht und sind dabei immer noch nicht jedem bekannt. Völlig zu Unrecht! Wobei, die Musik von EREMIT ist wirklich schwer verdauliche Kost ...

Ganzheitliches Konzept

EREMIT sind kein klassisch besetztes Trio, sondern gehen mit zwei Gitarren und einem Schlagzeug zu Werk. Die Band stammt aus der Mitte Deutschlands, dem schönen Osnabrück. Musikalisch springen die Jungs zwischen verschiedenen Stilen immer wieder hin und her, zelebrieren aber hauptsächlich eine dreckige Doom-, Sludge- und Blackmetal-Orgie – gerne mit ausufernden und überlangen Songs. „Bearer Of Many Names“ kommt somit auf eine Spielzeit von knapp 66 Minuten bei nur drei Tracks.

Dabei verfolgen EREMIT auch lyrisch ihr eigenes Konzept und haben sich ihre ganz eigene Saga geschaffen. Ihre Alben sind die musikalische Vertonung oder Untermalung des von Moritz Fabian [Gitarre/Gesang] geschriebenen Buches „Der Eremit“, dessen Protagonist sich auf einer gefährlichen Reise durch eine wiederum eigens für ihn geschaffenen Welt befindet.

Doom at its best

Nach knapp sechs Minuten langsamen Gedudels bricht für wenige Minuten eine wüste 80er-Blackmetal-Attacke über einen herein, die sich dann nach und nach in erhabenen Melodien verirrt und zum Ende hin immer tragender wird. "Enshrined In Indissoluble Chains And Enlightened Darkness" kratzt dabei knapp an der halben Stunde und hat mittendrin noch einen versteckten Gastauftritt von Daniel Droste, Sänger der nautischen Doomer AHAB. Ab diesem bekommt der Song eine andere Richtung und reißt einen quasi strudelnd in die Tiefe ... Blackmetal trifft auf Postmetal trifft auf nautischen Doom. Melancholie trifft auf schäumende Wut.

Dem zweiten Song "Secret Powers Entrenched In An Ancient Artefact" wurde im Gegensatz zum Opener deutlich mehr Leben eingehaucht. Er entwickelt im Verlauf einen leichten Hauch von Stoner Rock, behält aber die monotone doomige Stimmung bei. Hier wird sparsames Ambiente zu ultrabrutaler Heavyness, um doch verlockend schön zu klingen. Das wirkt sehr verstörend und man folgt dennoch gebannt der Geschichte und der musikalischen Stimmung.

Abschließend folgt "Unmapped Territories Of Clans Without Names". Der Song verbindet hervorragend alle bisher erlebten Gefühle und Riffs, um die letzten Minuten in einem beklemmendem Stück Drone zu enden und den Hörer mit seinem Gefühl in der Welt des einsamen Eremiten zurückzulassen.

Fazit

Ich mache es zusammenfassend kurz: Wer auf ausufernden Doom a la AHAB, gemixt mit oldschooligem Black Metal, einer gehörigen Portion Sludge, Post und Stoner Rock steht, sollte hier unbedingt zugreifen.

Hier das komplette Album als Stream:

Hier die kurze Discographie:

Carrier Of Weight (2018 – 3 Songs – 68 Minuten)
Desert Of Ghouls (2020 – 2Songs – 21 Minuten)
Bearer Of Many Names (2021 – 3 Songs – 66 Minuten)

Line-Up:

Marco Baecker - Drums
Pascal Sommer - Gitarre
Moritz Fabian   - Gitarre, Gesang

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