Mortiis - Some Kind Of Heroin




Stil (Spielzeit): Electronic Goth-Industrial (78:43)
Label/Vertrieb (VÖ): Earache Records/Rough Trade (13.04.07)
Bewertung: 4,5/10
Link: http://www.mortiis.com

MORTIIS sind nicht EMPEROR. Definitiv nicht!
Hauptakteur und Namensgeber dieses Projekts war ehemals Gründungsmitglied der Black Metal-Könige EMPEROR. Doch Anfang der Neunziger Jahre kam die Kehrtwendung und MORTIIS widmete sich den elektronischen Klängen dieser Welt. Der Chef mit seiner Band war lange Zeit kreativ und überraschte bei seinen Live-Performances die Menge mit höchst außergewöhnlichen Outfits (nicht nur dreckig angemalt, auch Elfenohren sind ein Teil des Kunstwerks). Doch nach einer sehr kurzen schöpferischen Pause, kommt mit „Some Kind Of Heroin“ etwas neues und auch etwas altes auf uns zu.

Das neue Album ist MORTIIS und doch nicht MORTIIS. Um dieses Paradoxon aufzuklären, sei hiermit gesagt, dass alle 16 Songs von „Some Kind Of Heroin“ Remix-Versionen von Stücken der letzten Platte „The Grudge“ sind (außer der erste Song „Underdog“ ist von der Single „Decadent And Desperate“). Unter den Bands und DJs, die hier Hand anlegten, befinden sich zum Beispiel solche Namen wie ZOMBIE GIRL, PIG oder GOTHMINISTER, die in der Szene durchaus keine Unbekannten sind. Dabei bleiben die Interpreten nicht nur im guten alten Europa, sondern tun sich auch mit den aus den Vereinigten Staaten kommenden VELVET ACID CHRIST zusammen. Ich möchte als Beispiel das Stück „The Grudge“ herauspicken, welches gleich 4-mal dargeboten wird. Der GOTHMINISTER hält sich an eine schön druckvolle, klassische Industrial-Interpretation, in der deutlich stärker die Gitarren mitspielen, als bei MENTAL SIEGE. Hier und auch bei DAVID WALLACE finden sich gewagtere elektronische Klangexperimente, was aber insgesamt nicht immer einen positiven Effekt hat. KUBRICK hingegen ziehen das ganze noch in die Länge auf über sechseinhalb Minuten, wodurch dann doch die Aufmerksamkeit strapaziert wird.

Was bleibt zu sagen? Gemischte Gefühle! Einerseits ist „Some Kind Of Heroin“ eine Homage an MORTIIS, womit seine Stellung in der Industrial-Szene gewürdigt wird. Seine Einflüsse und Touren seien mit NINE INCH NAILS, PRODIGY oder MINISTRY hinlänglich beschrieben. Man bekommt auch mit dieser Platte eine satte Spielzeit. Andererseits kann eine lange Spielzeit nicht darüber hinwegtäuschen, dass die ein oder andere Länge auf der Scheibe zu hören sind. Dann doch lieber ein bisschen kürzer und dafür das Original.