Murdock - Silence




Stil (Spielzeit): MetalCore / Screamo (36:10)
Label/Vertrieb (VÖ): White Fox (20.06.08)
Bewertung: leider nur 6 / 10
Link: http://www.myspace.com/murdockband
Leider kann ich dieser Platte nicht mehr als sechs Punkte geben, obwohl ich eine Menge mehr an Potenzial in der Band sehe. Aber ehrlich gesagt macht mir der Versuch, clean zu singen alle höheren Wertungen kaputt – denn da liegen nun wirklich nicht die Stärken der Band aus Neuss.
Dafür gibt es aber einige andere Felder, auf denen MURDOCK sich ziemlich gut machen. Vor allem das Schlagzeug gefällt mir gut, da es immer in Bewegung ist und sich nicht auf einfachen Takten ausruht. Auch der Blastbeat im Opener gefällt mir ziemlich gut. Überhaupt ist ihre Mukke ziemlich knüppelig geraten, dafür dass sie sich irgendwo zwischen Screamo und MetalCore einschätzen. Ich selber höre da gar nicht mehr so viel Screamo heraus. Und auch die Songs selber zeigen immer wieder neue Ideen auf, also verschiedene Parts, die miteinander kombiniert werden. Lediglich innerhalb der Parts selber könnten sie noch etwas flexibler werden.
Von der ganzen Ausrichtung her gesehen, gehen MURDOCK hier mit ihrer ersten Langrille ziemlich stark nach vorne und werden auch nach mehrfachem Hören nicht langweilig. Lediglich die gelegentlich auftretenden cleanen Chöre nerven. Dabei beweisen sie bei „Silence“ dass sie es auch anders können und die cleane Stimme wesentlich effektiver einsetzen können. Die Riffs als solche sind schon ziemlich metallastig und kommen eigentlich nur durch die Songstrukturen zur Screamo-Nähe.
Die acht Songs machen ziemlichen Spaß, sind abwechslungsreich (wenn der Sänger eben nicht versucht cleane Hymnen zu singen) und so wäre die EP eigentlich recht stark ausgefallen, aber dann kommen noch mal zwei akustische Bonustracks, die die eigenen Songs sozusagen covern. An und für sich ist das auch ganz gut und stimmig umgesetzt, aber spätestens jetzt geht mir der Gesang so auf die Nerven, dass ich Punkte dafür abziehen muss – und das, obwohl er ansonsten ein ziemlich beeindruckendes Organ vorweisen kann. Aber ich sehe das einfach mal als noch zu machender Entwicklungsschritt, denn alle anderen Vorzeichen deuten ja auf Großes hin. Bin gespannt, wie die sich entwickeln werden.

Mehr Modern Metal / Metalcore Reviews