Walls Of Jericho - The Bound Feed The Gagged (Re-Release)




Stil (Spielzeit): Hardcore (22:35)
Label/Vertrieb (VÖ): Trustkill / SPV (16.11.07)
Bewertung: 7,5 / 10
Link: http://www.allhailthedead.com/
http://www.myspace.com/wallsofjericho
Drei Basedrumschläge, einmal Snare, eine Stimme kreischt „Number Of Decendants!“ – wer kennt den Anfang der ersten WALLS OF JERICHO nicht? Warum veröffentlicht man ein Album nochmals, welches bereits auf dem Markt war? Vermutlich, weil die alte Pressung ausverkauft ist – oder weil die Musik mittlerweile viel markttauglicher ist, als zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung.
Und ich schätze mal, dass man sich genau dass auch im Hause Trustkill gedacht hat. Denn The Bound Feed The Gagged ist mittlerweile fast acht Jahre alt und trotzdem so modern wie nie zuvor. Einzig der Sound ist noch ein wirklicher Zeitzeuge, denn wenn man „The Bound…“ mit dem letzten Output „With Devils Amongst Us All” vergleicht, tun sich da schon soundtechnische Welten auf. Aber ich schätze einfach mal, da wird es auch wieder Menschen geben, die das genau anders sehen und den etwas rumpeligen Sound von „The Bound…“ mehr mögen (da fallen dann gerne Wörter wie „ehrlicher“ und so). Aber für mich ist das definitiv noch ein kleines Manko.
Wie Kollege Deniz an anderer Stelle mal gesagt hat, werden WOJ an und für sich immer schon ein wenig gehypt – vermutlich weil sie eben eine Sängerin, bzw. Schreierin haben. Und meiner Meinung nach kann man hier auch noch wunderbar erkennen, dass die Band Anfang des Jahrtausends eben noch nicht so weit war wie heutzutage. So finde ich vor allem den Gesang noch ein wenig zu diffus – da wird ohne Punkt und Komma geschrieen und gekeift, dass es einem die Trommelfelle auseinander sägt. Ok, wenn man will kann man natürlich auch wieder andersrum vom „hohen Aggressionspotenzial“ sprechen, aber ich sehe das eher als noch etwas unkoordiniert an. Auch die Songs selber sind streckenweise noch etwas zu hektisch und weisen noch nicht das Hitpotenzial auf, welches den Fünfer aus Detroit auf „With Devils..“ auszeichnet.
Aber das soll kein allzu großes Gemecker werden, weil ich die Band abseits von diesen Kritikpunkten auch in ihrem Anfangsstadium mag. Moshiger Hardcore mit jeder Menge Breakdowns, Riffs, Hektik und In-Your-Face-Attitüde. Wenn man mal das akustische und gesungene „Angel“ außen vor lässt, springt die Platte dir einfach nur in`s Gesicht und rast dann wieder an dir vorbei. Allerdings hat das eventuell auch etwas damit zu tun, das sie nur gute 22 Minuten lang ist. Hardcore eben. Eine Empfehlung für alle, die WALLS OF JERICHO erst seit ihrem letzten Album kennen oder sich endlich mal die original Platte in den Plattenschrank stellen wollen. Ich jedenfalls hatte mal wieder viel Spaß mit The Bound Feed The Gagged