The Mercury Arc - Paint The Sun Black



Stil (Spielzeit):
Facettenreicher MetalCore mit Keyboards (48:55)
Label/Vertrieb (VÖ): Hellfest / Rough Trade (27:11.09)
Bewertung: 6,5 /10

Link: MySpace

Oh man, ich spiele hier wohl wieder die doofe Mucker-Polizei – obwohl ich diese Sorte Mensch ja eigentlich selber nicht ausstehen kann. Aber irgendwas stört mich halt ein wenig an diesem Debüt (wenn man die alten Sachen unter dem Namen BUTTERFLY COMA nicht mitrechnet).

Und das ganze wird dann auch noch angefacht von einem Infozettel, welches die Band als absolute Musik-Revoluzzer darstellt, die das Rad nicht nur neu erfinden, sondern auch gleichzeitig noch die Quadratur des Kreises. Und ganz ehrlich: soweit ist die junge Band aus dem Ruhrpott dann doch nicht. Natürlich ist es beeindruckend, wie sie hier von HORSE THE BAND und KILLSWITCH ENGAGE bis LINKING PARK und DEPECHE MODE so ziemlich einfach alles zusammenschustern. Aber zum Großteil ist es einfach moshiger MetalCore, der stark mit Keyboards zugepflastert ist und dementsprechend viel Pathos dabei hat – man achte da nur auf die cleanen Refrains. Ab und zu brechen sie zwar aus ihrem eigenen Rahmen aus und spielen zum Beispiel mal einen ehr moderaten Songs mit sehr viel Melodie und Melancholie, aber meist wird hier halt alles gemacht, was man im MetalCore so finden kann und dass dann eben mit Sythies vollgestopft. Ich selber bin da ein wenig hin und her gerissen, denn manchmal kriegen sie mich und mein Tanzbein auch ohne Umschweife und dann finde ich sie sogar richtig geil...

Und an manchen Stellen klingt mir das halt zu geleckt, zu sauber (die Produktion ist natürlich absoluter Wahnsinn und wirkt dadurch ein wenig steril) und zu sehr auf Hit gestriegelt. Vor allem die erste Hälfte des Albums wirkt auf mich etwas aufgesetzt und einfach zu bemüht. In der zweiten Hälfte kommen dann schon interessantere Ideen um die Ecke (wobei die Keyborad-Streicher echt über sind...) und man hat nicht mehr so das Gefühl, die Jungs versuchen alles, um ja den Geschmack der Leute zu treffen und dabei trotzdem irgendwie exotisch zu klingen. Manchmal könnte man dabei nämlich sogar in die NuMetal-Ecke schielen – und in der Ecke steht ja bekanntlich nicht viel Gutes...

Wer auf die immer schnelleren Updates der ganzen Core-Geschichte steht und sein Ohr am Puls der Zeit haben möchte (bzw. die neusten Trends auschecken möchte), sollte sich hier selber ein Bild machen. Genug Potential zum polarisieren haben sie jedenfalls. Nach Anfängern klingen sie nämlich nicht und haben genügend Energie um sich sowohl eine Menge Freunde als auch Skeptiker einzuhandeln. Ist doch schon mal was Positives!

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